Lokalsport: Die Erfolgswelle des LTV brandet in Longerich

Lokalsport: Die Erfolgswelle des LTV brandet in Longerich

Nach zuletzt neun Siegen in Folge müssen Leichlingens Handballer eine Niederlage in der Nachbarstadt hinnehmen. Die Vizemeisterschaft in der dritten Liga rückt in weite Ferne.

Eine Überraschung? Ja. Ein Rückschlag? Jein. Aber so viel ist sicher: Der Leichlinger TV ist und bleibt unberechenbar. Nach einer ebenso beeindruckenden wie überzeugenden Serie von neun Siegen in Folge kassierten die Drittliga-Handballer nun eine Niederlage. "Wir kamen für einen Punkt nicht in Frage", sagte Kreisläufer Hendrik Rachow. Die 26:30 (12:16)-Pleite beim Longericher SC war verdient - das räumten alle Beteiligten aus dem Lager der "Pirates" ein.

Trainer Frank Lorenzet ahnte es bereits. Nachdem seine Mannschaft gegen Bayer Dormagen (38:36) ein seiner Meinung nach "absolutes Highlight" erlebte, folgte im Kölner Norden ein vergleichsweise überraschender Dämpfer. "Es wird schwer, nach so einem Spiel wie gegen Dormagen das Level hochzuhalten", sagte der 50 Jahre alte Trainer vor dem Mittelrhein-Derby. Er sollte Recht behalten, denn seine hochkarätig besetzte Mannschaft war nicht wiederzuerkennen.

Fehlpässe, Ungenauigkeiten, wenig Einsatz - die Blütenstädter blieben über 60 Minuten vor 422 Zuschauern Vieles schuldig. Die erste Hälfte sei "grottenschlecht" gewesen, befand Lorenzet. Sein Ärger war verständlich, da seine Mannschaft defensiv wie offensiv nicht an ihre zuletzt starken Auftritte anknüpfen konnte.

Besonders spürbar war das Fehlen von Spielmacher Valdas Novickis. Der ehemalige litauische Nationalspieler, der wegen Knieproblemen nicht zur Verfügung stand, fieberte an der Seitenlinie mit. Er beobachtete, wie seine Teamkollegen vor dem gegnerischen Tor die Kreativität abging. "Wir haben den Torwart zum Helden gemacht, weil wir viel zu oft einfache Bälle verworfen haben", analysierte Rückraumspieler David Hansen selbstkritisch. "Der Ausfall von Valdas wiegt schon schwer."

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Bastian Munkel und Lukas Schulz sprangen als Novickis-Ersatz ein. "Sie haben das gut gemacht", sagte Rachow, stellte aber auch fest: "Mit Valdas ist es dennoch etwas Anderes." Viele technische Fehler und Fehlpässe hatten die Konsequenz, dass sich der LTV immer wieder Tempogegenstöße einfing. Die Gastgeber konterten den Tabellendritten in ihrer eigenen Halle immer wieder aus - im Stil einer Spitzenmannschaft.

Neben dem hochveranlagten Kreativdirektor fielen auch Tim Menzlaff und Torwart Mathis Stecken in Longerich aus. "Die drei sind unsere tragenden Säulen", klagte Lorenzet. Der 2,01 Meter große Menzlaff fehlte vor allem in der ungeordnet wirkenden Deckung, Stecken konnte durch Routinier Carsten Mundhenk nur streckenweise gleichwertig ersetzt werden. "Das darf aber alles keine Ausrede sein. Wenn wir gegen Dormagen gewinnen, müssen wir erst recht hier gewinnen", betonte Rachow.

Er registrierte ebenso wie sein Trainer, dass die Gäste fast nur hinterherliefen. "Die Mannschaft hat es nicht geschafft, emotional mitzuhalten", sagte Lorenzet. Der zweite Tabellenplatz, auf dem die Dormagener stehen, ist nun weit entfernt. Der TSV gewann mit 20 Toren Differenz (34:14) gegen die HSG Handball Lemgo II und hat nun sieben Punkte mehr als der LTV gesammelt, der aber noch ein Nachholspiel gegen den Letzten ATSV Habenhausen in der Hinterhand hat.

Leichlinger TV Mundhenk, Christmann - M. Schulz (2), Kreckler (6/4), L. Schulz (2), Hertlein (2), Hansen (5), Munkel (4), Rachow (1), Bouali (2), Feuchtmann (1), Lange (1).

(mol-)