Handball : Die Elfen suchen den richtigen Rhythmus

Nach der EM-Pause steigen die Bayer-Handballerinnen heute in Blomberg wieder in die Bundesliga ein. Am Sonntag kommt Metzingen.

Schon am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte die Besinnlichkeit für Bayers Handballerinnen ein vorzeitiges Ende: Trainerin Heike Ahlgrimm bat zum Training. Schließlich haben sie und ihre Elfen sich für die verbleibenden zwei Pflichtspiele bis zum Jahreswechsel viel vorgenommen. Mit zwei Erfolgen wollen sie die erste Halbserie in der Liga nach durchwachsenem Start doch noch mit einem (wenn auch knapp) positiven Punkteverhältnis abschließen.

Damit dieses Etappenziel am Sonntag vor eigenem Publikum beim Spiel gegen Aufsteiger Metzingen (Smidt-Arena, 16 Uhr) gefeiert werden kann, ist aber zunächst einmal heute Abend ein Sieg beim Gastspiel in Ahlgrimms zweiter sportlicher Heimat Blomberg nötig (Sporthalle Ulmenallee, Anwurf: 19.30 Uhr). Ein großes Hallo ist der Elfentrainerin in der Nelkenstadt gewiss, wo sie von 1994 bis 2000 als Spielerin aktiv war und in den vergangenen zwei Spielzeiten die Reserve trainierte sowie als Jugendkoordinatorin tätig war, ehe der Ruf aus Leverkusen kam. "Es ist schon etwas Besonderes, dorthin zurückzukehren, wo man viele Jahre gespielt und die letzten zwei Jahre als Trainerin gearbeitet hat", sagt Ahlgrimm.

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Bei aller Freude über das Wiedersehen darf die HSG, die während der EM-Pause Rückraum-Kraft Wendy Smits (familiäre Gründe) verloren und sich mit Linksaußen Rachel Piekhaar vom niederländischen Erstligisten Kwebbel E&O verstärkt hat, auf dem Feld keine Gastgeschenke der einstigen Weggefährtin erwarten. Ahlgrimm fordert wie Elfen-Abteilungsleiter Andreas Thiel einen Sieg in der ersten Partie nach der Pause. Spannend wird die Frage sein, wie schnell die Leverkusenerinnen ihren Rhythmus wiederfinden und wie die drei Europameisterschafts-Starterinnen die Erlebnisse mit der deutschen Auswahl verarbeiten, die in Serbien nach schwachem Start zumindest in der Hauptrunde für Furore sorgte.

Spielführerin Laura Steinbach und Marlene Zapf gehörten dabei zum Stamm des DHB-Teams und durften sich wie Kim Naidzinavicius zu den Gewinnerinnen zählen. Steinbach stand in den sechs Partien im Schnitt jeweils nur rund die Hälfte der Zeit auf dem Feld und erzielte dabei beeindruckende 33 Tore — das ist nicht nur Bestwert der deutschen Mannschaft, sondern auch die drittbeste Ausbeute aller Spielerinnen bei der EM. Zweiterfolgreichste Schützin des DHB war Teamkollegin Zapf, die sich mit 23 Toren und der drittlängsten Spielzeit (322 Minuten) etwas überraschend auch als eine der Stützen des Jensen-Teams erwies.

Davon kann bei Naidzinavicius noch keine Rede sein. Doch der Youngster zeigte während der 35-minütigen Einsatzzeit einige gute Abwehraktionen und erzielte zwei Tore. Übrigens: Zählt man zu den Treffern der aktuellen Leverkusenerinnen auch die der ehemaligen Bayer-Asse Anne Müller (9) und Anna Loerper (2) hinzu, zeichneten aktuelle und ehemalige Elfen für mehr als die Hälfte der deutschen Turniertreffer verantwortlich. Dazu kam noch manche Parade der Ex-Leverkusenerin Clara Woltering.

Als ehemalige Nationalspielerin mit der Erfahrung von 90 Länderspielen weiß Ahlgrimm gut, wie schwierig es ist, nach dem Auftritt auf großer Bühne zurück ins Tagesgeschäft Bundesliga zu finden. Ihre wichtigste Aufgabe ist daher, zu verhindern, dass das Trio in ein ähnliches Loch fällt, wie Bayers Anhänger das aus der Vergangenheit etwa von Ex-Welthandballerin Nadine Krause kennen, die nach großen Turnieren regelmäßig lange brauchte, um wieder gewohnte Leistungen zu zeigen — denn derlei Ausfälle von Leistungsträgerinnen können sich die Elfen nach ihrem durchwachsenen Start nicht mehr leisten.

(kre)