Handball Die Besten im Westen

Die Handballer des Leichlinger TV treten zum Drittliga-Spitzenspiel beim daheim unbesiegten TuS Ferndorf an. Im Falle eines Sieges winkt dem LTV Platz eins. Vorentscheidenden Charakter spricht der LTV der Partie aber nicht zu.

Frank Lorenzet liebt es nicht besonders, eine anstehende Partie auf ein besonderes Podest zu heben. Für ihn, das hat er oft beteuert, lassen sich stets nur zwei Punkte erringen. Aber heute steht dann doch etwas Besonderes an. "Es ist mit das Beste, was die Liga zu bieten hat", meint der LTV-Trainer vor dem Auftritt seiner Handballer beim TuS Ferndorf. Der Erste empfängt den Dritten. "Klar, von der Konstellation her ist das ein Spitzenspiel", sagt Lorenzet.

Zudem lässt die Konstellation den Sprung des Leichlinger TV an die Spitze der Dritten Liga West zu (zudem empfängt heute der Tabellenzweite Minden den Vierten Aurich). Aber zu viel Bedeutung will Lorenzet dem Auftritt in Ferndorf nicht beimessen. "Auch wenn wir verlieren, hätten wir mit acht Minuspunkten immer noch eine gute Bilanz vorzuweisen." Einzig die Niederlage gegen Minden vor drei Wochen schmerzt den LTV noch. Die Ausrutscher gegen Altenhagen und Spenge lassen sich mit Ausfällen von Stammkräften erklären. Die einzige Heimpleite gegen Minden hat nur einen positiven Aspekt: Die GWD-Reserve darf nicht in die im Sommer entstehende eingleisige Zweite Liga aufsteigen.

Somit sind die Mindener schon mal raus dem Konkurrenzkampf an der Spitze, der heute in Ferndorf in ein direktes Duell mündet. Von dort, aus dem Stadtteil Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein, sind schon Lobeshymnen auf die Leichlinger zu hören. "Zweitliga-Niveau" habe der LTV, urteilt der TuS-Trainer. Zudem führt Caslav Dincic die körperlichen Vorteile der Leichlinger ins Feld und verweist auf eine Verletzung seines im Sommer aus Korschenbroich geholten Rückraum-Asses Christian Rommelfanger (der aber auflaufen wird). Lorenzet lässt so etwas kalt — verteilt aber im Gegenzug ebenfalls Höchstnoten für den Gegner: "bewegliche Defensive mit verschiedenen Abwehr-Varianten", "exzellenter Gegenstoß", "gute Torhüter", "Mega-Publikum im Rücken". Gerechnet wird damit, dass die Leichlinger heute vor rund 1200 Zuschauern bestehen müssen — bislang ist dies in dieser Spielzeit noch keinem Team gelungen. Nur gegen Wermelskirchen sprang ein knapper Sieg (23:22) für Ferndorf heraus, sonst entwickelten sich Heimauftritte des TuS zu klaren Angelegenheiten. Zuletzt wurde vor zwei Wochen die HSG Barnstorf/Diepholz (43:25) regelrecht verprügelt.

Aber die Leichlinger sind guter Dinge, dass sie gegen die Ferndorfer Heimstärke ankommen. Denn sie reisen vollzählig an, und ihr Trainer ist sehr zufrieden mit den Fortschritten seines im Sommer runderneuerten Kaders: "Wir werden immer konstanter und besser." Zudem ist eine Teilnahmslosigkeit auf dem Spielfeld, wie sie sich der LTV in Aldekerk und gegen Minden erlaubte, heute nicht zu erwarten: "Das Team hat gut und konzentriert gearbeitet in dieser Woche", verrät Lorenzet. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Spieler nicht brennen wird."

(RP)
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