Handball : Derby zwischen den Extremen

Nach zuletzt mitunter dürftigen Vorstellungen hoffen die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV beim Duell beim TuS Wermelskirchen auf eine Leistungsexplosion – es könnte allerdings auch das Gegenteil eintreten.

Nach zuletzt mitunter dürftigen Vorstellungen hoffen die Drittliga-Handballer des Leichlinger TV beim Duell beim TuS Wermelskirchen auf eine Leistungsexplosion — es könnte allerdings auch das Gegenteil eintreten.

Vielleicht geht es ja unentschieden aus. So wie beim letzten Mal, als beide Mannschaften im April in der Halle Am Schwanen aufeinandertrafen. Würden sie auch am Sonntagabend mit einem Remis auseinandergehen, dann hätten sich zumindest die Voraussagungen und Mahnungen, die die Handballer des Leichlinger TV vor ihrem Gastspiel beim TuS Wermelskirchen getätigt haben, ziemlich genau in der Mitte getroffen. Denn die Erwartungshaltungen reichen von einem Extrem zum anderen.

"Wenn wir dort nicht mit 100 Prozent Willen rangehen, werden wir Schiffbruch erleiden", prophezeite Co-Trainer Jens Buss nach dem Sieg über Königshof in der vorigen Woche. Dass seine "Pirates" kentern könnten beim Nachbarn im Bergischen, hatte ihm vor allem die erste Halbzeit gegen den Aufsteiger aus Krefeld vor Augen geführt, als es in der Abwehr bedrohlich knirschte. Stefan Nippes hatte zum gleichen Zeitpunkt viel mehr Mut gefasst. "Das wird ein wegweisendes Spiel", meinte ein zuversichtlicher Torwart und sagte auch gleich, wie der Weg des LTV aussehen wird: "Wir werden in Wermelskirchen unser wahres Gesicht zeigen, und dann ist alles in Ordnung."

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Der Trainer der Leichlinger hält beide Versionen für möglich. "In diese Mannschaft kann keiner reinschauen", sagt Frank Lorenzet. Und dass er sich selbst dabei nicht ausnimmt, verrät seine Vorhersage für das Derby: "Vielleicht explodiert mein Team und findet zurück zur Form der Vorbereitung, aber vielleicht läuft auch wieder nichts zusammen." Noch herrscht beim Drittligisten also ein Stück weit Ratlosigkeit. Denn in Anbetracht ihrer ligaweit überdurchschnittlichen Fähigkeiten haben die Leichlinger in den ersten Partien bislang phasenweise Unterirdisches gezeigt. Immerhin stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Duell mit dem vertrauten Rivalen die Spieler des LTV zur Hochform kitzelt und sie erstmals in der Liga den Graben zwischen Anspruch und Realität zuschütten werden.

Diese Hoffnung nimmt Lorenzet am Sonntag mit nach Wermelskirchen. "Ich bin top-motiviert, und bei der Mannschaft sollte es genauso sein." Es werde alle Register ziehen, um seine Spieler gut vorzubereiten und heißzumachen. Allerdings steht er ab 17 Uhr als Betrachter mehr oder weniger hilflos am Rand. Denn sollte es nicht gut laufen, "helfen uns auch eine paar taktische Kniffe nicht, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen", sagt der Coach, der "angesichts von Personal und Leistungskurve" Wermelskirchen als Favoriten sieht. Schließlich habe der TuS dreimal gewonnen, während der LTV (5:1 Zähler) derzeit fast so viele angeschlagene Spieler wie Pluspunkte hat: Matthias Aschenbroich (Muskelfaserriss) fällt laut Lorenzet weiterhin aus, Christian Born (Fußprobleme und Grippe), Matthias Aumann (Grippe) und Artur Giela (Schulterprobleme) seien angeschlagen.

(RP/ac)