Der Leichlinger TV steht gegen die Ahlener SG unter Siegzwang

Kriselnder Drittligist : Der Leichlinger TV steht gegen die Ahlener SG unter Siegzwang

Der kriselnde Handball-Drittligist meldet seine Reserve vom Spielbetrieb ab und hat vor dem wichtigen Kellerduell gegen Ahlen akute Personalprobleme.

Dem Leichlinger TV gehen die Handballer aus – in zweifacher Hinsicht. Die Drittliga-Handballer zählen vor dem Kellerduell mit der Ahlener SG am Sonntag (17 Uhr) sechs Verletzte. Parallel dazu kam dem Verein gar eine ganze Mannschaft abhanden. Anfang der vergangenen Woche meldeten die Leichlinger ihre zweite Mannschaft aus der Kreisliga ab. Es entsteht eine Lücke, die sich in absehbarer Zeit nicht schließen wird.

Komplett überraschend kam das Aus allerdings nicht. Im Gegensatz zum Kader der Drittliga-Handballer, der von der unabhängig agierenden Pirates Marketing GmbH geführt und finanziert wird, gehören die weiteren Teams zur Handballabteilung des Breitensportvereins Leichlinger TV. Dementsprechend zuständig ist Abteilungsleiter Ralf Meier, der schon Anfang August auf die schwierige Situation der Kreisliga-Handballer hinwies.

„Die Lücke zwischen erster und zweiter Mannschaft ist spielerisch zu groß. Leider hatten wir dadurch auch viele Abgänge aus der Reserve zu höherklassigen Mannschaften in der Umgebung, so dass wir viele unserer talentierten Spieler verloren haben, die wichtig für eine weitere Entwicklung der zweiten Mannschaft gewesen wären“, sagte Meier damals im Interview mit der Rheinischen Post. Der Spielerschwund zwang den Klub nun zur Abmeldung der Mannschaft von Trainer Björn Aust, der auch Assistent von Cheftrainer Lars Hepp bei der ersten Mannschaft ist. Bitter: Vor wenigen Wochen sprang Aust als Spielertrainer ein und zog sich eine Knieverletzung zu.

„Schon im vergangenen Jahr hatten wir zu wenig Leute“, sagt Abteilungsleiter Meier. Eine Lösung für dieses Problem fand er allerdings nicht. Weil im Sommer auch noch die beiden Außenspieler Jose Rosendahl und Fynn Natzke in Hepps Kader wechselten, schrumpfte die Mannschaft weiter. „Für die nächste Saison hätten wir auch keine Besserung versprechen können. Das ist ein bisschen enttäuschend“, sagt Meier. Ein Problem: In diesem Jahr gibt es keine A-Jugend mehr, zuletzt spielte die älteste Jugendmannschaft gemeinsam mit der des TuS 82 Opladen. Die dritte Herrenmannschaft hat zwar einen breiteren Kader, ist aber laut Meier deutlich weniger leistungsorientiert. Nun steht die halbprofessionelle Drittliga-Mannschaft isolierter als zuvor da. „Die Lücke wird noch größer“, bestätigt Meier. Und daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

Stagnation droht auch Hepps Mannschaft. Gegen die punktgleichen Ahlener steht der LTV regelrecht unter Siegzwang. Je nach Ausgang der Partie SG Menden Sauerland Wölfe gegen den TSV Minden II könnte der Drittliga-Meister von 2016 weiter abrutschen. Dass neben den Langzeitverletzten Sebastian Linnemannstöns (Kreuzbandriss) und Alexander Senden (Syndesmoseanriss) nun auch Vibulan Sivananthan (Außenbandriss), Jose Rosendahl (Verletzung am Finger), Maurice Meurer (Schultereckgelenksverletzung) und Fynn Natzke (Knöchelblessur) ausfallen, verschärft die Situation. Für Meurer und Sivananthan ist das Jahr vermutlich gelaufen.

Hepp gehen auf ihren Positionen die Alternativen aus. Für die Außenbahnen stehen derzeit quasi nur noch die beiden Youngster Timo Blum und Fabian Gräf bereit, im linken Rückraum müssen die Mittelmänner oder Kreisläufer ran. Schwierige Umstände vor einem wichtigen Spiel. Ungemütlich könnte es nach einer Niederlage trotzdem werden.