Basketball: "Das gefährliche Leben in Detroit hat mich geprägt"

Basketball : "Das gefährliche Leben in Detroit hat mich geprägt"

Der Spielmacher kam vor zwei Wochen zu den Bayer Giants. Hier spricht der Basketballer über Vergangenheit und Zukunft.

Was waren Ihre ersten Gedanken, als Sie erfahren haben, dass die Bayer Giants an Ihrer Verpflichtung interessiert sind?

Carter Ich war unglaublich glücklich, als ich davon hörte. Seit der Sommerzeit saß ich zuhause, da die College-Saison in den USA vorbei war. Ich war natürlich sofort bereit, hierher zu kommen und zu spielen.

Sie sind in Detroit, Michigan aufgewachsen, einer der gefährlichsten Städte in den USA. Ist es wirklich so schlimm dort zu leben?

carter Ja, das ist es wirklich. Ich persönlich sehe das aber gar nicht als so bedrohlich an, weil ich eben von klein auf in einer solch schlechten Gegend aufgewachsen bin. Der Basketball hat mich glücklichweise von den Straßen und der Kriminalität ferngehalten, so dass ich keine Probleme mit gewissen Leuten hatte. Und neben all dem Schlechten, war die Zeit in Detroit auch sehr schön, hat mich geprägt und ich hatte viele gute Freunde.

Wie fühlt es sich an, in Deutschland Basketball zu spielen, ein Land, das immerhin sehr weit von den USA entfernt ist?

carter Es fühlt sich wirklich gut an, denn ich liebe einfach das Basketballspielen. Außerdem ist Deutschland auch ein großartiges Land. Ich bin mit den Jungs viel unterwegs gewesen, sie haben mir vieles gezeigt. Zuletzt waren wir in Köln, haben den Kölner Dom besichtigt und waren einkaufen. Ich mag meine neue Umgebung.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Deutschland und den USA?

carter Die Sprache ist verrückt. Außerdem habe ich an meinem ersten Tag versucht, den Akku meines Handys zu laden. Aber der Stecker meines Ladegeräts passte überhaupt nicht in die Steckdose. Damit musste ich erstmal klarkommen.

Haben Sie schon mal deutsches Bier getrunken?

carter (lacht) Nein, noch nicht. Aber ich habe gehört, dass es echt gut sein soll und ich werde es irgendwann sicher probieren.

Sie sind vor zwei Wochen hier angekommen. Ihr Vertrag läuft bis Weihnachten. Können Sie sich vorstellen, in Deutschland und bei den Giants zu bleiben?

carter Dazu kann ich nur eines sagen: Ja, natürlich. Das Team und die Jungs sind super. Wir haben zwar die ersten Spiele verloren, aber das passiert nunmal. Wir finden schon bald wieder zurück in die Spur.

Hier haben Sie jetzt eine eigene Wohnung und leben alleine. Was machen Sie, wenn Sie gerade kein Basketball spielen?

carter In der Freizeit hänge ich viel mit den Nord-Amerikanern im Team ab: Marc Sonnen, Jacob Koch und Willy Manigat. Marc und Jacob kannte ich zudem schon vorher. Wir spielten in den USA mit unseren Colleges häufig gegeneinander.

Josh Young und Josh Parker haben beide, wie auch du, von der Drake University in Iowa den Schritt nach Europa gewagt. Auch die beiden haben für die Giants gespielt. Kennen Sie sie und haben Sie versucht, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, um zu erfahren, ob es der richtige Schritt für Sie ist?

carter Josh Young und Josh Parker kenne ich beide, aber ich habe sie bisher noch nicht kontaktiert. Es ist ohnehin schwer, da beide professionelle, aktive Basketballspieler sind und deshalb kaum erreichbar.

Gibt es ein Vorbild, dem Sie nacheifern?

carter Derrick Rose, der bei den Chicago Bulls auf meiner Position des Point Guards spielt. Ich mag seine Leidenschaft für den Basketball und die Schnelligkeit, mit der er auftritt.

TOBIAS BRÜCKER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)
Mehr von RP ONLINE