Meinung : Der Amateursport muss pausieren

Immer mehr Partien fallen sportartübergreifend aufgrund der Corona-Pandemie aus. Schon jetzt ist der Wettbewerb vielerorts verzerrt. Eine erneute Pause des Spielbetriebs ist unumgänglich, meint unser Autor.

Das Coronavirus hat uns fest im Griff. Egal ob beim Einkauf, am Arbeitsplatz, beim Radiohören, Zeitunglesen oder in Gesprächen mit Verwandten und Freunden: Die Pandemie ist allgegenwärtig und betrifft alle Lebensbereiche. Auch der Sport und seine Vereine leiden freilich unter den Folgen und Unwägbarkeiten der dynamischen, sich stetig verschärfenden Situation.

Bei den Drittliga-Handballern des Leichlinger TV und des TuS 82 Opladen haben sich bereits mehrere Menschen mit dem Virus infiziert, viele Partien sind ausgefallen, verlegt und verschoben worden. Auch bei den Fußballern in Leverkusen, Leichlingen und den angrenzenden Städten fallen immer mehr Spiele wegen Verdachtsfällen, Quarantäne-Anordnungen und/oder infizierter Akteure aus. Davon betroffen sind unter anderem der SV Schlebusch, der FC Leverkusen sowie mehrere Kreisligisten.

Die Zweitliga-Basketballerinnen des BBZ Opladen freuten noch am Samstagmittag auf ihren Ligastart gegen Eintracht Braunschweig. Da der Klub jedoch nicht ausschließen konnte, dass jemand im Umfeld des Teams beim letzten Kontakt mit der Mannschaft positiv war, musste auch diese Begegnung am Abend vorher schweren Herzens verlegt werden.

Insellösungen wie die in Duisburg, wo die Stadt den Kontaktsport in Hallen sowie unter freiem Himmel untersagt hat, helfen angesichts stetig steigender Infektionszahlen wohl nicht mehr. Die Tabellen sind bereits ligen- und sportartenübergreifend durch die zahlreichen Absagen verzerrt, Chancengleichheit ist nicht mehr gegeben. Natürlich liegt es im Interesse der Verbände, den Spielbetrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Inzwischen müsste jedoch auch dort die Erkenntnis reifen, dass im semi-professionellen sowie im Amateursport ein geregelter Wettbewerb aktuell nicht länger möglich ist.