Bei DM in Nürnberg : Bo Kanda Lita Baehre springt im Regen am höchsten

Die Athleten des TSV Bayer 04 erringen bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg vier Titel sowie viele weitere Medaillen.

Wochenlang konnte Konstanze Klosterhalfen wegen Knieproblemen nicht trainieren und keine Wettkämpfe bestreiten. Erst kürzlich hat die Athletin des TSV Bayer 04 ihr erstes Rennen absolviert und lief über 5000 Meter auf Anhieb die EM-Norm. Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg entschied sich Klosterhalfen für einen Start über 1500 Meter. In 4:06,34 Minuten feierte sie nicht nur ihre erfolgreiche Titelverteidigung, sondern auch ihre zweite Norm für die Europameisterschaften in Berlin (7. bis 12. August).

Über welche Strecke sie an den Start gehen wird, lässt die mehrfache Rekordhalterin offen. „Der Titel war diesmal das Entscheidende. Wir müssen jetzt schauen, welche Strecke ich in Berlin laufe. Ich bevorzuge die 1500 Meter, weil es meine Lieblingsstrecke ist“, sagte sie.

Teamkollege Bo Kanda Lita Baehre verteidigte seinen Meistertitel ebenfalls – und das als U20-Athlet. Als einziger Stabhochspringer überflog er 5,50 Meter. Weil er in diesem Jahr bereits die EM-Norm (5,60 Meter) übersprang, sollte er mit dem erneuten Titelgewinn das Ticket für Berlin sicher haben. „Ich glaube, es hat in Deutschland noch kein U20-Athlet geschafft, zweimal in Folge bei den Aktiven den Titel zu gewinnen. Auch mit den 5,50 Metern bei den schwierigen Bedingungen bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden“, sagte er.

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Ein Ausrufezeichen Richtung Berlin sowie eine weitere Titelverteidigung gelang derweil Hochspringer Mateusz Przybylko. Der bereits für die EM nominierte Athlet sprang mit 2,31 Meter Saisonbestleistung und gewann damit überlegen vor seiner Konkurrenz. „Meine Eltern haben mich überrascht und waren im Stadion. Das hat mich riesig gefreut und noch mehr gepusht. In Berlin ist eine Höhe zwischen 2,31 Meter und 2,34 Meter auf jeden Fall möglich“, betonte Przybylko.

Sprinterin Gina Lückenkemper wurde ihre Favoritenrolle gerecht und verteidigte ihren Titel über 100 Meter souverän. Die 21-Jährige ließ sich im Finale trotz leichten Gegenwinds und nasser Bahn nach 11,15 Sekunden stoppen. „Die erste Rennhälfte war bescheiden, aber dafür war die zweite Hälfte bombastisch“, sagte die Athletin.

Im Nürnberger Dauerregen errangen außerdem Hammerwerferin Susen Küster (65,09 Meter) und Speerwerferin Katharina Molitor (56,75 Meter) die Vizemeisterschaft. 800-Meter-Läuferin Sarah Schmidt sicherte sich auch die Silbermedaille. Mehrfach schnupperte sie in diesem Jahr schon an der EM-Norm (2:01,50 Minuten). In Nürnberg hatte der Schützling von Sebastian Weiß ein letztes Mal die Gelegenheit, die geforderte Zeit zu unterbieten. In 2:02,89 Minuten sollte es nicht ganz gelingen.

Das TSV-Quartett über 4x100-Meter gewann ebenfalls Silber. Lückenkemper, Mareike Arndt, Jennifer Montag und Yasmin Kwadwo mussten sich in 43,55 Sekunden nur der Staffel aus Mannheim (43,33 Sekunden) geschlagen geben. Neben der Silbermedaille feierten die Leverkusenerinnen zudem einen Vereinsrekord.

Ein Abo auf die Bronzemedaille scheint TSV-Hochspringerin Katarina Mögenburg zu haben. Wie schon in den vergangenen Jahren belegte sie auch in Nürnberg mit übersprungenen 1,80 Meter den dritten Platz. Außerdem gewannen 5000-Meter-Läuferin Denise Krebs (15:26, 58 Minuten) und die 4x400-Staffel um Tabea Marie Kempe, Mare Sillies, Rebekka Ackers und Sarah Schmidt (3:38,16) Bronze.