Punktgleich mit Schlusslicht Minden Beim LTV bleibt es trotz Fehlstart ruhig

Leichlingen · Nur ein Punkt aus sechs Spielen – bislang ist das die Bilanz eines Absteigers. Dennoch bricht beim Handball-Drittligisten aus der Blütenstadt keine Panik aus. Manager Ingo Jacobi wünscht sich mehr Unterstützung des Leichlinger Publikums.

 Kein Grund für Aktionismus: LTV-Trainer Lars Hepp (l.) und Manager Niklas Frielingsdorf.

Kein Grund für Aktionismus: LTV-Trainer Lars Hepp (l.) und Manager Niklas Frielingsdorf.

Foto: Uwe Miserius

Zwischen dem Auswärtsspiel in Nordhemmern am Sonntag und dem nächsten Heimspiel gegen den OHV Aurich am kommenden Freitag dürften die Protagonisten des Leichlinger TV noch viel Aufarbeitung betrieben haben. Sechs Spiele, kein Sieg, punktgleich mit Schlusslicht GWD Minden II – wer bei diesen Ergebnissen nicht von einem Fehlstart sprechen will, verkennt die Realität. Lars Hepp sieht natürlich die ausbleibenden Ergebnisse. Der LTV-Trainer versucht aber noch, die positiven Aspekte in den Vordergrund zu rücken.

„Wir bleiben ruhig“, sagte der 41 Jahre alte Coach der Pirates nach dem 23:25 (17:12) zuletzt bei Aufsteiger LiT Tribe Germania. Es war eine Pleite, bei der die Gäste nach einer Fünf-Tore-Führung zur Pause nur noch acht Tore erzielten und ihren ersten Saisonsieg leichtfertig verschenkten – nicht zum ersten Mal. „Unsere aktuelle Situation ist auf die mangelhafte Chancenverwertung zurückzuführen“, sagte Hepp und kündigte im gleichen Atemzug eine „interne Aufarbeitung“ des moralischen Tiefpunkts der bisherigen Saison an.

Dabei dürfte zweifellos der krasse Leistungseinbruch nach der Pause zur Sprache kommen, als der LTV erst nach rund 13 Minuten in Person von Thorben Richartz seinen ersten Treffer verbuchte. Schon mehrfach schenkte Hepps Mannschaft vermeintlich gute Ausgangssituationen her und brachte sich so um dringend benötigte Punkte. Längst ist das auch ein Problem in den Köpfen.

„Wir haben in allen Spielen schlechter abgeschnitten als wir es uns vorgenommen und auch shcon unter Beweis gestellt haben“, sagte LTV-Manager Ingo Jacobi. In der Tat deutete der umgebaute LTV in den ersten Spielen mehrfach sein Potenzial an, jedoch nie über 60 Minuten. Leistungseinbrüche gepaart mit krassen individuellen Fehlern sorgen für die aktuelle Bilanz – bislang ist es die eines Absteigers. Doch die Saison ist noch jung.

„Bei uns herrscht keine Weltuntergangsstimmmung“, sagte Jacobi, der sich aber freilich einen anderen Start vorgestellt hatte: „Wir wussten, wie wir in die Saison gehen.“ A-Lizenzinhaber Hepp glaubt, „dass wir nicht viel verändern müssen. In den Spielen sind wir oft dran gewesen. Es ist vieles gut gelaufen. Das bringt aber nichts, weil die Punkte fehlen.“ Zweifellos benötigt die junge Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis, um die sich bereits drehende Abwärtsspirale zu stoppen. Die nächste Möglichkeit bietet sich gegen Aufsteiger Aurich.

Dann soll auch personell eine andere Mannschaft auf dem Feld stehen. „Es wird im kommenden Spiel ein paar Veränderungen geben“, kündigte Hepp an. Der seit Februar schmerzlich vermisste Spielmacher Valdas Novickis (Aufbautraining nach Achillessehnenriss) wird noch keine Option sein. Ohnehin dürfte es eine größere Rolle spielen, dass die Mannschaft sich endlich belohnt und ihre Fehler minimiert. Dann sähe auch die Tabellensituation gleich etwas  freundlicher aus.

Jacobi wünscht sich dafür auch mehr Unterstützung aus der eigenen Anhängerschaft. „Wir appellieren an alle Handballinteressierten und Fans in Leichlingen: Unterstützt unsere Mannschaft! Kommt in die Halle und feiert mit uns anschließend den ersten Sieg der Saison!“ Er glaubt daran, dass die Wende gelingen kann: „Der Trainer und das Team sind nach wie vor ehrgeizig und gierig nach Erfolg.“

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