Basketball : BBZ-"Desaster" regt Kunel auf

Die letzte Chance ist vertan: Opladen verspielt beim 58:67 gegen Hannover die letzte Hoffnung auf die PlayOffs.

Nach 30 Minuten war noch alles halbwegs in Ordnung. In den ersten drei Vierteln hatte BBZ Opladen gegen Hannover zwar nicht brilliert, nach zwischenzeitlichem Zehn-Punkte-Rückstand wegen eines katastrophalen zweiten Abschnitts aber immerhin wieder ausgeglichen (38:38). Für das, was dann folgen sollte, fehlten Birgit Kunel dann allerdings fast die Worte: "Das war fürchterlich, ein totales Desaster", sagte die Opladener Trainerin zu den letzten zehn Minuten.

Durch das 58:67 (21:28) gegen den Tabellenvorletzten sind auch die letzten Träume, doch noch die K.o.-Phase zu erreichen, geplatzt. Sechs Punkte wird ihr Team bei noch drei verbleibenden Partien nicht mehr aufholen, selbst wenn am letzten Spieltag der Gegner nicht Chemnitz hieße. "Wir haben unser Ziel verfehlt, das ist bitter, aber das war es jetzt", stellte die BBZ-Trainerin nüchtern fest. Im Vergleich zur Niederlage in Göttingen, bei der BBZ auch 30 Minuten mithielt, wollte Kunel diesmal nicht den Kräftverschleiß als Erklärung für die Niederlage bemühen. Stattdessen zeigte sie sich enttäuscht von der Leistung ihrer Schützlinge: "Wir hatten heute acht gestandene Bundesliga-Spielerinnen im Kader, und von denen kann man einfach mehr erwarten, als das, was sie gegen einen potenziellen Absteiger gezeigt haben."

Hannovers 29 Punkte im Schlussabschnitt resultierten aus "blödsinnigen Ballverlusten" (Kunel) und kollektiven Schlampigkeiten im Abwehrverhalten. "Der Gegner hat sieben Dreier getroffen, das ist mir als Trainerin noch nie passiert. Wir waren jedes Mal einen Schritt zu langsam, weil wir hinten nicht an unsere Grenzen gegangen sind", kritisierte Kunel.

Auch wenn es die Offense geringfügig besser machte, sparte der BBZ-Coach auch hier nicht mit Kritik. "Bei Hannover war von der ersten Sekunde an zu sehen, dass sie hier gewinnen mussten und wollten. Das habe ich bei uns zu selten gesehen." Grundsätzlich wollte Kunel ihrem Team den Willen nicht absprechen, aber die Zahl der Ballverluste und die Reboundstatistik im letzten Viertel waren andererseits auch nicht wegzudiskutieren. Zudem trafen von der schlechtesten Offense der ganzen Liga gleich vier Spielerinnen zweistellig, Kunel: "Was heute passiert ist, werden wir intensiv und gründlich aufarbeiten müssen, denn im Moment habe ich für diese Leistung keine Erklärung." Es ist eine Aufarbeitung, die mehr denn je notwendig scheint.

(sl)