Handball : Elfen füllen ihren Kader intern auf

Bayers Bundesliga-Handballerinnen dürfen in der Corona-Krise immerhin wieder in Zweiergruppen trainieren. Von den Juniorelfen rückt Rechtsaußen Jule Polsz in den Kader auf. Der Verein stellt sich vor seinen Abteilungsleiter Andreas Thiel, der sich Vorwürfen aus Dortmund ausgesetzt sieht.

Wer Renate Wolf und Michael Biegler sucht, findet das Trainer-Duo von Bayers Handballerinnen mit großer Wahrscheinlichkeit in der Fritz-Jakobi-Halle. Seit die Elfen immerhin wieder in Zweiergruppen trainieren dürfen, verbringen sie dort ihre Zeit. Anders wäre es nicht möglich, die nötigen Corona-Abstandsregeln zu befolgen und dennoch ein abwechslungsreiches und sinnvolles Programm zu bieten.

Das ist den beiden sehr wichtig – damit die Elfen trotz abgebrochener Saison und einem Verbot der gewohnten Einheiten im Mannschaftsverbund nicht komplett aus dem Tritt kommen. Deshalb haben sie ein besonderes Trainingskonzept ausgearbeitet und opfern viel Zeit, um jeder Zweiergruppe wöchentlich je zwei Kraft- und Balleinheiten in der Halle und ein Handball-Cross-Training im Freien (mit spezifischen Elementen wie Angriffs- und Abwehrbewegungen)  zu ermöglichen. „Das war auch logistisch eine ziemliche Herausforderung“, verrät Wolf. Zusätzlich bieten die Spielerinnen weiterhin zweimal pro Woche ihren Corona-Einkaufsdienst für Menschen aus der Risikogruppe an, der von Teammanagerin Jutta Ehrmann-Wolf koordiniert wird.

Gleichzeitig läuft die Kaderplanung für die kommende Saison. Denn schließlich sind durch die Wechsel der Rode-Schwestern Jennifer, Joanna und Elaine sowie Anna Seidel einige Plätze noch nicht besetzt. Einen davon konnten die Elfen inzwischen intern besetzen. Nach Kim Lara Hinkelmann und Lilly Holste während der Saison rückt nun auch Rechtsaußen Jule Polsz von den Junior-Elfen in den Bundesliga-Kader auf. Das Konzept mit dem klaren Fokus auf die Nachwuchsarbeit, für das die Elfen bekannt sind, sehen Wolf und Biegler in der aktuellen Zeit, in der viele Mannschaften um die Zukunft bangen müssen, als echten Vorteil.

Für diese Strategie steht auch Abteilungsleiter Andreas Thiel. Als ehrenamtlicher Chef der Frauen-Bundesliga musste der „Hexer“ zuletzt viel Kritik aus Dortmund einstecken, weil der BVB sich nach dem Saison-Aus ohne Meister-Kür benachteiligt sieht. „Es ist wirklich absurd, nun Sexismus zu wittern, nur weil die Männer-Bundesliga anders als wir einen Corona-Meister gekürt hat. Wir stehen als Team und Verein ganz klar zu Andreas. Seine Entscheidung fand ich auch in der Sache vollkommen richtig“, betont Wolf. Zusätzlich erhalte der frühere Kult-Torhüter neben der lautstarken Kritik der Borussen von außen auch reichlich Zuspruch durch Zuschriften per Post, Mail und Kurznachrichten.