Bayers Handballerinnen haben keine Angst vor großen Namen

Saisonauftakt : Elfen haben keine Angst vor großen Namen

Die Handballerinnen des TSV Bayer 04 starten mit der Partie beim Titelanwärter SG BBM Bietigheim in die neue Bundesliga-Saison. Trotz vieler Zugänge und eines neuen Trainers scheint Leverkusen nicht ohne Chance zu sein.

Das Warten hat für Bayers Handballerinnen ein Ende. Mit drei Tagen Verspätung starten die Elfen am Mittwoch mit der Partie bei der SG BBM Bietigheim (19.30 Uhr) in die neue Spielzeit. Der ambitionierte Gastgeber und Vize-Meister hat seinen Kader aufgerüstet und will den Titel angreifen. Außerdem ist der Favorit bereits in die Saison gestartet und löste am Wochenende erfolgreich das Ticket für die Champions League, was auch der Grund für die Spielverlegung war.

Der TSV Bayer 04 dagegen setzt nun noch konsequenter auf die Arbeit mit Talenten und hat den Kader weiter verjüngt. Mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren ist die Elfenschar nach dem Umbruch im Sommer das jüngste Team der Liga. Es spricht auf dem Papier also zunächst nicht viel für die Leverkusenerinnen unter ihrem neuen Coach Robert Nijdam. Doch bereits vor einem Jahr haben sie beim Eröffnungsspiel – auch damals in Bietigheim – der SG BBM lange ein Duell auf Augenhöhe geliefert und bewiesen, dass sie einem Top-Team das Leben schwermachen können.

In diesem Sommer haben sie schon in der Pause für Furore gesorgt und bei den Vorbereitungsturnieren einige Erfolge gefeiert, freilich beim einzigen Test-Duell mit dem Vize-Meister den Kürzeren gezogen. Da passt es prima, dass die neue Spielführerin der Elfen, Anna Seidel, in anderem Zusammenhang sagt: „In den Ergebnissen in der Vorbereitung sollte man nicht all zu viel Aussagekraft sehen.“ Andererseits sieht sie das Team „auf einem guten Weg“ und schwärmt vom tollen Zusammenhalt.

Allerdings hat auch der Favorit Respekt vor den Gästen vom Rhein. Coach Martin Albertsen schätzt Leverkusen stärker ein als in der vergangenen Saison und traut den Elfen zu, das Überraschungsteam zu werden. „Das ist ein richtig schwieriger Gegner zum Auftakt. Wir müssen unsere maximale Leistung bringen“, fordert er. Und auch Kim Braun, im Sommer von Leverkusen nach Bietigheim gewechselt, glaubt, dass sie und ihre neuen Mitspielerinnen „von Beginn an hellwach sein und eine konzentrierte Leistung abrufen“ müssen, um zu bestehen.

Mit Braun ist der Anteil der Ex-Elfen im Kader des Titelanwärters auf vier gestiegen. Für die SG BBM laufen auch Keeperin Valentyna Salamakha, Anna Loerper und Kim Naidzinavicius auf. Insgesamt 15 Nationalspielerinnen aus sechs Ländern bieten die Baden-Württembergerinnen auf. Neben Braun, die bereits für eine Maßnahme des neuen Bundestrainers berufen wurde, hat Bietigheim sich im Sommer mit drei weiteren Nationalspielerinnen verstärkt: Keeperin Dinah Eckerle (Deutschland), Rückraum-Ass Laura van der Heijden (Niederlande) und Rechtsaußen Daniela Gustin (Schweden).

Zweiter Quasi-Zugang neben Naidzinavicus ist Maura Visser. „Wir sind auf jeder Position sehr gut besetzt – und das sogar doppelt“, betont Albertsen. Aber die Elfen haben in der Vorbereitung schon zur Genüge angedeutet, dass sie keine Angst vor großen Namen haben.

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