Lokalsport : Bayer: Vier Neue und vier Gegentore

Die neu zusammengestellte Abwehr muss durch Donatis frühen Platzverweis in Wolfsburg schnell umgebaut werden.

Mit frischem Wind wollte Bayer-04-Trainer Roger Schmidt beim VfL Wolfsburg die Tabellenführung in der Bundesliga zurückerobern. Auf vier Positionen veränderte der Coach seine Mannschaft zur 0:1-Niederlage bei der AS Monaco zum Champions-League-Auftakt. Genutzt hat es nichts. Ein Arbeitsprotokoll der "Neuen" beim 1:4 (1:2) in Wolfsburg.

GIULIO DONATI Nach seiner desolaten ersten Halbzeit im Hinspiel der Champions-League-Play-offs beim FC Kopenhagen hatte er seinen Platz rechts in der Viererkette an Tin Jedvaj verloren. Gestern verteidigte er neben ihm. Jedvaj nahm die Position des verletzten Ömer Toprak in der Innenverteidigung ein. Donatis Rückkehr in die Startelf dauerte ganze sieben Minuten. Dann stellte ihn Schiedsrichter Deniz Aytekin vom Platz. Der Italiener hatte sich die glatte Rote Karte redlich verdient. Wolfsburgs Junior Malanda setzte sich im Strafraum mit Geschick und Wille durch. Donati foulte, verhinderte damit eine klare Torchance und trat regelkonform den Gang in die Kabine an.

  • Unions Angreifer Max Kruse steht nach
    Bayers nächster Gegner im Check : Darauf muss Bayer gegen Union besonders achten
  • Aufgebot im Überblick : Das ist der deutsche Kader für die U21-EM
  • Bayers Schlussmann Lukas Hradecky kann sich
    Werkself ohne Durchschlagskraft : Bayer lässt die Vorlagen der Konkurrenz liegen

WENDELL Der Brasilianer kam bis gestern nur im Pokal gegen Waldalgesheim zu einem Pflichtspieleinsatz. Danach fand sich der 21-Jährige meist auf der Tribüne wieder. In Wolfsburg vertraute ihm Roger Schmidt die linke Außenverteidigerposition wieder an. Wendells Gegenspieler Vieirinha stellte ihn vor größere Probleme, dribbelte ihn mehrmals nach Lehrbuch aus. Kurz vor der Halbzeit ließ Wendell Vieirinha ganz aus den Augen und der Portugiese nickte seelenruhig zum 2:1 ein. Der Leverkusener leistete sich zudem ein Scharmützel mit Malanda. Dass die Hände nichts im Gesicht des Gegenspielers zu suchen haben, muss der 6,5-Millionen-Euro-Zugang anscheinend noch lernen.

LEVIN ÖZTUNALI Wie schon gegen Bremen (3:3) nahm der deutsche U 19-Europameister die Position von Heung-Min Son auf der linken Offensivbahn ein. Da spielte er aber nur sieben Minuten - und hatte das mit zu verantworten. Sein Ballverlust war Ausgangspunkt für die Rote Karte von Donati. Danach nahm er die Position des Italieners rechts hinten ein. Allerdings nur bis zur Halbzeit. Dann wechselte Schmidt Sebastian Boenisch für Öztunali ein, der auch vor dem 1:2 den Ball im Mittelfeld vertändelt hatte. Insgesamt kein glücklicher Auftritt des großen Talentes.

JOSIP DRMIC Feierte gleich zwei Premieren: Sein Startelfdebüt und sein erstes Tor für Bayer 04. Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 war mit Abstand die beste Szene des Schweizer Nationalspielers. Sein Durchsetzungsvermögen, das er kurz vor dem Tor zeigte, versteckte er den Rest der Partie. Drmic war keineswegs so präsent wie Stefan Kießling in den Spielen zuvor. Das kann man von dem Sechs-Millionen-Zugang aus Nürnberg aufgrund der fehlenden Spielpraxis aber auch noch nicht erwarten.

(RP)