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Reitsport: Bayer-Reiterverein geht in die Offensive

Reitsport : Bayer-Reiterverein geht in die Offensive

Nach dem gescheiterten Verkauf eines Teils ihres Geländes an Bayer 04 wollen die Bayer-Reiter die Restrukturierung ihres Vereins forcieren.

Fast genau 15 Monate ist es her, dass sich der Bayer-Reiterverein finanziell für die Zukunft rüstete. Um sich weiterhin das Areal am Kurtekotten leisten zu können, wurden unter anderem höhere Gebühren und eine Ausweitung des Kursangebotes beschlossen. Und um von den Schulden in sechsstelliger Höhe herunterzukommen, wurde bis zuletzt mit Bayer 04 über den Verkauf von Teilen des Geländes verhandelt. Die Fußballer, die ihr benachbartes Jugendleistungszentrum erweitern möchten, beendeten indes jüngst die Gespräche (wir berichteten).

Zwar sei man in "ein, zwei Punkten nicht zusammengekommen", aber "vom Abbruch der Verhandlungen war ich durchaus überrascht", sagt Christoph Jordan. Der Vorsitzende der Bayer-Reiter berichtet zudem, dass es nicht am Finanziellen gescheitert sei, sondern unter anderem daran, dass sich beide Seiten nicht hätten einigen können, wer bei der Erschließung des zu veräußernden Teils für mögliche Baurisiken haftet. Da nun das Reiter-Areal als Option wegfällt, sollen die Fußballer eine Erweiterung gen Süden, also Richtung Golfplatz, ins Auge gefasst haben. Bayer-04-Kommunikationschef Meinolf Sprink sagt, dies sei "eine Option. Aber es steht noch nichts zu hundert Prozent fest".

Derweil ist schon klar, was nebenan passieren soll. Niemand müsse sich um die Existenz der Reiter sorgen, bekräftigt Jordan: "Es geht weiter mit dem Verein." Denn parallel zu den Gesprächen mit Bayer 04 sei mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein Konzept erarbeitet worden, wie der Klub ohne Veräußerung von Geländeteilen bestehen könne. Das Zauberwort lautet: Restrukturierung. Soll heißen: "Wir gehen jetzt beim Marketing in die Offensive. Wir werben um neue Einstaller, bieten mehr Lehrgänge an, weiten den Schulbetrieb aus und stellen mehr Veranstaltungen auf die Beine." Im Zuge einer Verbesserung der Einnahmeseite wollen Jordan und Mitstreiter vor allem mehr Sportreiter, die aktiv an Turnieren teilnehmen, anlocken. Zudem stünden ein paar Mitarbeiter des Reitervereins vor der Pensionierung, so dass bei den Personalkosten weitere Einsparungen in Sicht seien, ergänzt der Vorsitzende.

Zwar würden die im Dezember 2011 eingeleiteten Maßnahmen bereits Früchte tragen. Allerdings habe der Verein in der Zwischenzeit mit einem ganz logischen Problem zu kämpfen gehabt: Anfragen von Reitern, die ihre Pferde am Kurtekotten unterbringen wollten, hätten abgelehnt werden müssen, "weil wir ja nicht wussten, wie groß das Gelände sein würde, über das wir in Zukunft verfügen", erläutert Jordan. Insofern ergäben sich durch das Ende der Verkaufsverhandlungen Handlungsfreiräume für die Reiter.

Den Verein auf ein finanziell tragfähiges Fundament zu betten, gehe allerdings nicht von heute auf morgen, merkt Jordan an. "Für eine solche Restrukturierung benötigt man mindestens zwei oder drei Jahre". Bis 2015 sollte der Schritt indes gelingen, denn dann will die Bayer AG ihre Zuwendungen für den Verein einstellen.

(RP/rl)