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Bayer Leverkusen: Fußballerinnen treten nach Quarantäne ein München an

Fußball, Frauen-Bundesliga : Für Feifel ist Quarantäne kein großer Nachteil

Die Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer Leverkusen waren nach einem Corona-Fall im Team knapp 14 Tage isoliert. Einige Spielerinnen nutzten die Zeit, um Blessuren auszukurieren. Am Sonntag geht es zum FC Bayern.

Der Montag fühlte sich für Bayers Fußballerinnen fast wie ein Feiertag an. Nach knapp zwei Wochen Zwangspause durch eine Corona-Quarantäne durften sie endlich wieder gemeinsam auf dem Feld stehen. „Das war ein Gefühl wie bei Pferden, die endlich wieder auf die Weide dürfen“, versuchte Coach Achim Feifel das kollektive Hochgefühl in Worte zu packen. Voller Vorfreude sind alle Beteiligten nun auch auf das Nachholspiel beim FC Bayern, das bereits am Sonntag (14 Uhr) ansteht.

Möglich wurde die rasche Neuansetzung dadurch, dass die Bundesliga nach der Unterbrechung für Länderspiele an diesem Wochenende weiter pausiert – diesmal für den DFB-Pokal. Aus diesem Wettbewerb hat sich Bayer 04 bereits verabschiedet, durch eine 0:1-Niederlage beim Nachbarn und Rivalen aus Köln. Münchens Gegner im K.o.-Wettbewerb steht indes noch gar nicht fest, weil die ausgefallene Zweitrundenpartie zwischen Jahn Delmenhorst und dem Walddörfer SV Hamburg erst nächste Woche nachgeholt wird. So blieb Spielraum im Terminkalender.

Dass just vor dem schwierigen Treffen mit dem Spitzenreiter und Titelfavoriten das komplette Team samt Trainergespann nach dem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne musste, sieht Feifel nicht unbedingt als Nachteil. „Der ein oder anderen Spielerin hat das in dieser Phase der Saison vielleicht sogar ganz gutgetan“, vermutet der Trainer. Untätig waren seine Schützlinge ja in den beiden Wochen auch nicht. Vormittags absolvierten sie individuelle Trainingspläne, am Abend standen dann dank moderner Technik vernetzte gemeinsame Einheiten auf dem Programm.

Welche Spielerin vor knapp 14 Tagen positiv getestet worden war, ist weiterhin ein vom Verein gut gehütetes Geheimnis. Aber Feifel verriet immerhin, dass es bei diesem einen Fall geblieben ist, das betreffende Teammitglied keine Symptome gezeigt hat und sich nach mehreren negativen Tests mittlerweile wieder im Training befindet.

Weiter verzichten muss der Coach in München auf die Langzeitverletzten Pauline Wimmer und Jessica Wich. Zu früh kommt die Partie wohl auch für Lara Marti und Melissa Friedrich. Sie haben die Blessuren aus dem Meppen-Spiel zwar überwunden und sind wieder im Training, allerdings noch nicht mit dem Team.

Von weiteren Ausfällen blieb Bayer wohl auch deshalb verschont, weil die jüngste Länderspielpause für die meisten Nationalspielerinnen im Team nach der Quarantäne ausfiel. Einzig Viktoria Pinther (Österreich) war unterwegs. Münchens Auswahlkräfte rückten dagegen in mehr als Teamstärke zu ihren Auswahlteams aus – und der Klub erhielt gleich zwei schlechte Nachrichten. Viviane Asseyi zog sich im Training der französischen Nationalmannschaft eine Sprunggelenkverletzung zu und die Dänin Simone Boye Sørensen wurde positiv auf Corona getestet. Beide fehlen somit am Sonntag gegen Leverkusen.

Aber die Personalien auf beiden Seiten ändern so oder so nichts daran, dass die Gäste vom Rhein der krasse Außenseiter sind. Dennoch freut sich Feifel auf die herausfordernde Aufgabe in Bayern. „Solche Momente waren schon als Spieler echte Höhepunkte für mich“, betont er. Wichtig sei, 90 Minuten lang alles in die Waagschale zu werfen, etwas Glück zu haben und immer fest daran zu glauben, dem Favoriten ein Bein stellen zu können. Eine Blaupause für einen unwahrscheinlichen Erfolg beim haushohen Favoriten gibt es jedenfalls: Vergangene Saison siegten Bayers Frauen ebenso glücklich wie sensationell in München.