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Bayer Leverkusen: Fußballerinnen stellen 2020/21 viele Bestmarken auf

Fußball, Frauen-Bundesliga : Bayers Fußballerinnen setzen neue Maßstäbe

Die Bundesliga-Frauen von Bayer Leverkusen stellen in der Saison 2020/21 diverse Bestmarken auf. Trainer Achim Feifel bremst dennoch die Erwartungen.

Die beste Saison in der Geschichte des Frauenfußballs unter dem Bayer-Kreuz ging etwas holpriger als gedacht zu Ende. Aber das ließ sich leicht verschmerzen. Schließlich feierten die Frauen dennoch viele neue Saisonbestleistungen: Platz fünf, 33 Punkte, zehn Siege, 32 erzielte Tore, 39 Gegentreffer – und davon nur 28 in den 20 Partien ohne Beteiligung von Angstgegner Hoffenheim. Das Zahlenwerk konnte sich ebenso sehen lassen wie Milena Nikolics 13 Tore, die sie zur ligaweit viertbesten Schützin machten, und Henrietta Csiszárs sieben Assists. Und doch blieb nach dem letzten Spieltag das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre.

Acht Punkte ließ das Team von Trainer Achim Feifel im Endspurt bei den Niederlagen in Bremen, beim SC Sand und dem Remis gegen Meppen liegen – allesamt Teams aus den unteren Bereichen der Tabelle. Potsdam stand in der Abschlusstabelle lediglich sechs Zähler vor Bayer. Rechnerisch wäre also durchaus auch Platz vier möglich gewesen. Aber an solchen Gedankenspielen beteiligt sich der Trainer bewusst nicht.

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Feifel bremste schon vor den Ausrutschern an den letzten Spieltagen allzu verwegene Träume der Leverkusener Führungsriege um Geschäftsführer Fernando Carro oder Leistungszentrumsleiter Thomas Eichin, die schon in näherer Zukunft von einem Angriff auf Platz drei und der Champions League sprachen. Der Coach wollte wohl vor allem sein Team vor zu hohen Erwartungen schützen. Das heißt jedoch nicht, dass es ihm oder seinen Schützlingen am nötigen Ehrgeiz mangeln würde. Zur Erinnerung: Als sich das Team nach zwei Jahren im Abstiegskampf Platz sechs als Ziel ausgab, hielten das nicht wenige für eine etwas zu gewagte Ansage. Aber die Leverkusenerinnen übertrafen die selbstgesetzte Zielmarke sogar noch.

Feifel freute sich freilich nicht über die kleinen Rückschläge zum Ende, sah sie aber durchaus als lehrreich für die weitere Entwicklung an. „Wir haben dadurch gesehen, dass wir noch nicht so weit sind, wie einige vielleicht schon dachten“, betont er. Und zweifellos wird der Coach das Team just an diese Partien erinnern, wenn es darum geht, sich im Training zu motivieren – oder, wenn er das Gefühl hat, dass ein vermeintlich „kleinerer Gegner“ von seinen Spielerinnen nicht ernst genug genommen wird.

Feifel warnt bereits jetzt eindringlich vor Nachlässigkeit. „Wir sollten nicht von noch mehr träumen. Es wird in der nächsten Saison schwer genug, diesen Erfolg zu bestätigen“, sagte er nach dem letzten Spieltag. Das gilt umso mehr, weil er im Sommer erneut einen Umbruch im Kader bewältigen muss. Mehrere Abgänge stehen fest, darunter auch einige Leistungsträgerinnen (siehe Infokasten). Nach und nach werden die Lücken aber in der Transferphase gefüllt. Zuletzt konnten zwei namhafte Verpflichtungen für Positionen vermeldet werden, für die dringender Bedarf bestand.

Für den Sturm, wo in Zukunft Ivana Rudelic (im Winter zum FC Bayern) beziehungsweise deren vorübergehende Nachfolgerin Mina Tanaka (Leihende) fehlen, kommt die Schweizer Nationalspielerin Irina Pando vom FC Luzern mit der Empfehlung von 18 Treffern in 30 Pflichtspielen der vergangenen Spielzeit. Feifel beschreibt die 25-Jährige als „gestandene, flexibel einsetzbare und torgefährliche Stürmerin“, die neben ihrer Erfahrung auch eine gute Athletik und Durchsetzungsfähigkeit in direkten Duellen mitbringe.

In England wurde Bayer nun bei der Suche nach einer neuen Außenverteidigerin fündig. Von Aston Villa kommt die 22-jährige Caroline Siems, die vor dem Wechsel auf die Insel für Turbine Potsdam auflief und so in ihrer noch jungen Laufbahn bereits viel Erfahrung sammeln konnte. „Sie bringt eine Menge Potenzial mit“, sagte Feifel über den Zugang. Neben guter Abwehrarbeit erhofft er sich von der einstigen deutschen Juniorennationalspielerin durch deren „dynamische und offensive Art, Fußball zu spielen“, auch gute Impulse im Spielaufbau, der in der trotz der guten Platzierung in der Liga immer wieder einer der Schwachpunkte der Fußballerinnen war.