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Bayer 04 Leverkusens Fußballerinnen spielen beim 1. FFC Frankfurt

Drittes Aufeinandertreffen in dieser Saison : Bayers Frauen blenden das Brauchtum aus

Punkte statt Kamelle: Bayers Bundesliga-Fußballerinnen reisen am Karnevalssonntag nach Hessen. Zwar haben sie das Hinspiel gegen den 1. FFC Frankfurt verloren, den Gegner dafür aber aus dem Pokal geworfen. Das hat dieser nicht vergessen.

Das närrische Treiben nicht weit von ihrer sportlichen Heimat am Kurtekotten entfernt werden Bayers Fußballerinnen am Sonntag verpassen. Fast zeitgleich zum Wiesdorfer Zug muss das Team von Trainer Achim Feifel zum Auswärtsspiel im Frankfurter Stadion am Brentanobad antreten. Dort werden zwar auch einige Kostümierte die Ränge füllen, weil Gegner 1. FFC Frankfurt ihnen je nach Alter günstigeren oder gar freien Eintritt verspricht. Aber das wollen und müssen die Leverkusenerinnen völlig ausblenden, wenn sie Zählbares vom Main mitnehmen wollen.

Der FFC gilt als Favorit und wird hochmotiviert in die Begegnung gehen. Denn Bayer verlor zwar das Hinspiel, warf den Gegner aber anschließend aus dem Pokal. Das haben die Frankfurterinnen freilich nicht vergessen. „Das schmerzliche Ausscheiden macht unsere Spielerinnen umso heißer. Die Mannschaft will sich für das 0:1 revanchieren“, kündigt Manager Siegfried Dietrich an.

Die beiden vorangegangenen Duelle dienen aber auch der Feifel-Elf als Motivation, hat sie doch anschaulich erlebt, was bei diesem Aufeinandertreffen im Guten wie im Schlechten möglich ist. „Wir müssen konzentriert sein und als Einheit auftreten“, fordert der Bayer-Coach. Seine Schützlinge sollen giftig und aggressiv in der Verteidigung sein, den FFC gar nicht erst in Ruhe das Spiel aufbauen lassen und dann durch schnelles Umschalten offensiv Nadelstiche setzen.

Das ist ihnen beim 0:3 gegen den FC Bayern zuletzt zumindest eine Hälfte lang gelungen. „Nicht gefallen hat mir, dass das erste Gegentor uns hat einbrechen lassen“, kritisiert er. Da müsse das Team abgeklärter sein und gleich wieder zum Konzept zurückkehren. „Wenn der Gegner ein Tor schießt, lässt sich das immer noch reparieren – bis zur letzten Minute“, sagt Feifel.

Defizite hat er gegen München auch im konditionellen Bereich ausgemacht. Für einige Spielerinnen war die Winter-Vorbereitung einfach zu kurz, weil sie wegen Verletzungen aussetzen mussten. Was sich dagegen mit einem vollständigen Programm und der richtigen Mischung aus Motivation und Talent erreichen lässt, zeigt das Beispiel Pauline Machtens. Die starke Leistung der jungen Angreiferin gehörte für Feifel zu den positiven Geschichten bei der Niederlage gegen München – wie die Beiträge von Saskia Meier oder Isabelle Kerschowski. Die Ex-Nationalspielerin erwies sich bei ihrem ersten Startelfeinsatz nach langer Verletzungspause gleich als große Bereicherung. Obwohl Feifel auch einige andere Spielerinnen endlich wieder zur Verfügung stehen, ist er weit entfernt von voller Auswahl beim Personal.

Besonders schmerzen die Kreuzbandrisse von Pauline Wimmer und Melissa Friedrich sowie das Fehlen von Karoline Heinze. Dazu ist Nicole Banecki dauerhaft krank, und zumindest erst einmal fehlen mit Sprunggelenksblessuren auch Dora Zeller und Sandra Maria Jessen. „Wir werden dennoch eine schlagkräftige Truppe aufbieten und haben alle Chancen“, ist der Trainer überzeugt. Punkte im Gepäck wären sicher ein willkommener Ersatz für verpasste Kamelle – und der Pflichttermin zu Karneval bei einem Erfolg sicher gut zu verschmerzen.