Fußball, Frauen-Bundesliga : Fußballerinnen überzeugen erneut

Beim 3:0 gegen Aufsteiger Werder Bremen sind es die Routiniers im Bundesliga-Team des Werksklubs, die für die entscheidenden Aktionen sorgen.

Achim Feifel musste erst einmal tief durchatmen. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Trainer von Bayers Bundesliga-Fußballerinnen erleichtert. Trotz einer holprigen ersten Hälfte war er hochzufrieden mit der Leistung seines Teams beim 3:0 (1:0) gegen Aufsteiger Werder Bremen. Denn dass seinen Schützlingen zunächst Spielfluss, Konzentration und Griffigkeit abgingen, schrieb er am Ende der Englischen Woche in erster Linie der hohen Belastung zu.

Gegen die ausgeruhten – weil unter der Woche spielfreien – Gäste war Entschlossenheit der Schlüssel zum Erfolg. Noch ehe Feifel in der Pause dazu aufrief, den sprichwörtlichen „inneren Schweinehund“ zu überwinden, ging Kapitänin Jessica Wich mit gutem Beispiel voran. Ihr Führungstreffer nach 35 Minuten war der Lohn dafür, dass sie nach einem Fehlschuss entschlossen nachsetzte. „Das war eine beeindruckende Willensaktion“, schwärmte ihr Trainer.

Der sah nach dem Wechsel ein deutlich verbessertes Heimteam, dass viel Aufwand betrieb, um die Führung nicht zu verwalten, sondern auszubauen. Und es waren, wie bei Wichs 1:0, die Routiniers, die sich besonders auszeichneten. Nina Brüggemann fand beim ersten Einsatz nach ihrer Verletzung von der Bank ohne großen Anlauf wieder in die Rolle der Abwehrchefin und war maßgeblich an der nun deutlich stabileren Defensivarbeit beteiligt. Die wichtigen Treffer zwei und drei erzielten in Isabel Kerschowski (63.) und Milena Nikolic (79.) zwei weitere Spielerinnen mit reichlich Erfahrung.

Im Mittelfeld glänzte Henrietta Csiszár wie zu ihren besten Zeiten. Sie adelte Feifel als herausragende Spielerin des Tages und sang ein regelrechtes Loblied auf die Leistung der ungarischen Nationalspielerin. Die lief in der Defensive die Gegnerinnen aggressiv an, zeigte gute Spieleröffnungen, starke Dribblings und zeichnete nebenbei auch noch für gefährliche Standards verantwortlich, von denen zwei – ein Eckball und ein Freistoß – als Vorlagen für die Tore im zweiten Durchgang dienten.

Aber neben der individuellen Klasse und starken Einzelleistungen war es vor allem das Gesamtwerk, das Feifels gute Laune nach dem Schlusspfiff beförderte. „Wie wir nach dieser Belastung der letzten Tage noch einmal den Schalter umgelegt haben, war einfach toll“, betonte er. Und so verdienten sich seine Schützlinge im Kollektiv nachträglich die Führung, die zur Pause noch etwas glücklich gewesen war – und den Sieg.

Nach sechs Spielen stehen die Leverkusenerinnen da, wo sie sein wollten: im gesicherten Mittelfeld. Mit jetzt zehn Zählern beträgt der Abstand des Tabellenfünften auf die Abstiegsränge beruhigende acht Punkte.

Jetzt gilt es, wieder Kraft zu tanken für die nächste Herausforderung. Am kommenden Sonntag steht das Nachbarschaftsduell mit der SGS Essen an. Erstmals überhaupt gelten die Leverkusenerinnen dabei als leichter Favorit.

Bayer 04 Klink – Kerschowski (87. Reger), Turanyi, Friedrich (46. Brüggemann) , Marti – Wirtz, Wich (87. Vinken) – Csiszár, Zeller – Rudelic (46. Pinther), Nikolic (83. Rackow).