Bayer 04 Leverkusen: Wie den Fußballerinnen der Pokal-Coup gelang

1:0-Sieg gegen Frankfurt : Wie Bayers Frauen der Pokal-Coup gelang

Mit einer engagierten, bissigen und vor allem von Anfang an hellwachen Leistung gegen den 1. FFC Frankfurt sichern sich die Fußballerinnen von Bayer 04 den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals – trotz großer Verletzungssorgen.

Nach einer hitzigen, umkämpften und turbulenten Schlussphase empfanden Bayers Fußballerinnen den Abpfiff im Stadion am Brentanobad wie eine Erlösung. Mit Engagement, Herz, Biss und auch ein wenig Glück brachten sie ihre knappe Führung ins Ziel. Mit dem 1:0-Sieg beim 1. FFC Frankfurt landeten die verletzungsgeplagten Gäste im Achtelfinale des DFB-Pokals einen Überraschungserfolg.

Die Qualifikation für die Runde der letzten Acht gelang nicht zuletzt auch deshalb, weil die Leverkusenerinnen eine schlechte Angewohnheit abgelegt hatten, die Coach Achim Feifel zuletzt immer wieder zur Verzweiflung getrieben hatte. So konnte er sicher ein wenig mit seinem Frankfurter Kollegen Niko Arnautis fühlen, dessen wichtigster Kritikpunkt dem Leverkusener allzu bekannt vorkam. Denn diesmal war es der Gegner, der einen Fehlstart in die Partie hingelegt hatte, sich in der ersten Halbzeit in fast allen Belangen unterlegen zeigte und zu spät in die Begegnung fand.

Bayer dagegen zeigte sich gleich hellwach, trat aktiver, giftiger und konzentrierter auf. Die Führung in der 29. Minute war daher folgerichtig und verdient – auch, wenn dabei etwas Fortune nötig war. Denn FFC-Spielführerin Tanja Pawollek fälschte den Ball von Sandra Maria Jessen nach scharfer Ecke von Ivana Rudelic unglücklich ins eigene Tor ab. Doch Feifel waren die Umstände des Führungstreffer am Ende egal. „Ich freue mich sehr für meine Mannschaft“, bekannte er. Dass der Erfolg diesmal auch das Resultat eines – wie von ihm so oft gefordert – starken Starts war, trug zusätzlich zur Zufriedenheit des Übungsleiters bei: „Wir haben kompakt nach vorne verteidigt und den Gegner immer wieder vor Probleme gestellt.“

Bei aller Glückseligkeit fand Feifel aber durchaus Potential für Verbesserungen. Und das betrifft vor allem die zweiten 45 Minuten, in denen seine Schützlinge gegen nun verbesserte Gastgeberinnen etwas mehr unter Druck gerieten, weil sie zu passiv auftraten. „Wir haben Frankfurt zu viele Räume zum Kombinieren geboten“, kritisierte er. Zudem habe sein Team die Kontergelegenheiten, die es sich durchaus erarbeitete, nicht verwertet.

Aber immerhin wehrten sich die Leverkusenerinnen bis zum erlösenden Schlusspfiff erfolgreich. Auf Frankfurter Seite war nicht nur Eigentor-Schützin Pawollek hinterher entnervt der Meinung, der FFC hätte ewig weiterspielen können, ohne die starke Anna Wellmann überwinden zu können, die als Vertreterin von Stamm-Keeperin Anna Klink überzeugte.

In der Liga steht für Bayer 04 am Samstag das wichtige Nachbarschaftsduell beim Tabellenvorletzten 1. FC Köln auf dem Programm. Im Pokal geht es erst im März weiter. Ausgelost werden die Paarungen für das Viertelfinale am 9. Februar 2020. Feifel wünscht sich ein Heimspiel. „Und es wäre natürlich gut, Wolfsburg und Hoffenheim erst einmal aus dem Weg zu gehen“, fügte er hinzu.

Bayer Wellmann – Csiszár, Wimmer, Friedrich, Wirtz – Sahlmann, Rackow (80. Vinken), Zeller (63. Uebach), Jessen - Nikolic, Rudelic.

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