Bayer 04 Leverkusen: Verena Hagedorn fordert defensive Stabilität

Zu viele Gegentore : Hagedorn fordert bessere Defensivarbeit

Die von der ehemaligen Nationalspielerin trainierten Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer 04 sind in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet. Der Fokus liegt in den kommenden vier Wochen vor allem auf dem Abwehrverhalten.

Nach rund einem Monat Winterpause bat Trainerin Verena Hagedorn Bayers Bundesliga-Fußballerinnen am Montag zur ersten Einheit im neuen Jahr. Sie gönnte ihren Schützlingen zum Einstieg in die Vorbereitung keine Schonfrist und legte gleich mit taktischer Schulung und verschiedenen Spielformen los. „Die Grundlagen haben wir mit dem individuellen Lauftraining schon gelegt. Und bis zum ersten Ligaspiel in Freiburg sind es nur vier Wochen. Da können wir es uns nicht leisten, es erst einmal ruhig angehen zu lassen“, betont sie.

Durch den abschließenden Sieg gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen durfte Bayer 04 zwar auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern. Aber der Vorsprung auf die Hanseatinnen beträgt lediglich drei Punkte – bei erheblich schlechterer Tordifferenz. Und gleich die ersten Aufgaben des neuen Jahrs haben es in sich. Nach der Dienstreise in den Breisgau stehen die Heimspiele gegen Schlusslicht Mönchengladbach und den SV Sand sowie das Nachbarschaftsduell beim MSV Duisburg auf dem Programm. Zumindest zwei Siege sollten dabei herausspringen, soll der Kampf um den Klassenerhalt nicht zur noch größeren Zitterpartie werden. „Da müssen wir gleich voll da sein“, sagt die Trainerin

Zur Rettung beitragen soll die isländische Nationalspielerin Sandra Maria Jessen, die aber mit etwas Verspätung in die Vorbereitung starten wird. Die offensive Mittelfeldspielerin wechselt von Thor Akureyi an den Rhein – ein zweites Mal. Denn schon in der Rückrunde der Saison 2015/16 kam sie für ein halbjähriges Gastspiel und trug bei acht Einsätzen mit dazu bei, dass Bayer 04 als Zehnter der Abschlusstabelle knapp die Klasse hielt. „Diese Position soll es auch diesmal mindestens sein“, versichert die 23-Jährige, die nun länger bleiben will als nur ein paar Monate und darum einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hat.

Das Gastspiel in Deutschland habe Jessen „sehr genossen“. Deshalb ist der Kontakt nach Leverkusen auch nicht abgerissen. „Wir haben ihren Werdegang sehr aufmerksam verfolgt. Toll, dass es jetzt gelungen ist, sie zu verpflichten“, sagt Hagedorn. Von ihren Qualitäten konnten sich die Fans von Bayer 04 schon vor drei Jahren überzeugen. „Sandra hat einen starken linken Fuß, ist zudem kopfballstark und hat einen guten Torriecher“, erklärt die Trainerin. Und seit 2016 hat die Isländerin weitere Erfahrung gesammelt – nicht zuletzt mit der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes und während eines halbjährigen Engagements bei Slavia Prag.

Darum ist Hagedorn auch sicher, dass der Zugang gleich eine Verstärkung sein wird und keine große Anlaufzeit benötigt. Jessen soll die Offensive der Leverkusenerinnen beleben, deren elf Treffer lediglich vom Letzten Mönchengladbach (6) unterboten werden. Noch übler sieht die Bilanz aber in der Verteidigung aus: 50 Gegentore, davon allein 18 in zwei Treffen mit dem FC Bayern, sind Ligaschlusswert – mit 13 Toren Abstand.

„Daran müssen wir unbedingt arbeiten. Wir müssen es schaffen, dass in Zukunft ein individueller Fehler nicht mehr das ganze Team mitreißt“, erläutert die Trainerin. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt für die Ex-Nationalspielerin und ihre Schützlinge in den kommenden Wochen auf dem Abwehrverhalten.

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