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Bayer 04 Leverkusen: Remis in Jena fühlt sich für Fußballerinnen wie eine Pleite an

Frauenfußball: Bundesliga : Remis in Jena fühlt sich für Fußballerinnen wie eine Pleite an

Das 0:0 beim Bundesliga-Schlusslicht sorgt für Frust bei Bayer Leverkusens Coach Achim Feifel. Kapitänin Merle Barth verschießt einen Elfmeter. Am Sonntag steht das Derby gegen Köln an.

Diese Szene wird Merle Barth wohl noch etwas verfolgen. Die scheidende Kapitänin Merle Barth hatte die Riesenchance, Bayers Fußballerinnen eine gute Ausgangsposition für das Abstiegsendspiel am Sonntag gegen den 1. FC Köln zu verschaffen. Aber das Eigengewächs scheiterte mit ihrem vergleichsweise schwachen Strafstoß an Torfrau Inga Schuldt (76.).

Es war der traurige Höhepunkt eines enttäuschenden Spiels beim sieglosen Letzten USV Jena. Das 0:0 im Ernst-Abbe-Sportfeld bescherte den Leverkusenerinnen für den Schlussspurt aber zumindest einen Hauch von Vorsprung vor den direkten Konkurrenten und Nachbarn Köln und Duisburg. Ein kompletter Reinfall war die Dienstreise nach Thüringen also nicht. „Aber dieses Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage“, sagte Trainer Achim Feifel.

Für seine Enttäuschung gab es gute Gründe. Barths Fehlschuss und der schlampige Umgang der Gäste mit weiteren Torchancen bescherten dem USV am drittletzten Spieltag seinen erst dritten Punkt. Die nun fehlenden zwei Punkte setzen den Werksklub für das Derby mit den Domstädterinnen unter gehörigen Druck. Alles andere als ein Erfolgserlebnis in der vorletzten Partie einer durch die coronabedingte Zwangspause außergewöhnlichen Spielzeit wird wohl zu wenig sein für den Klassenerhalt.

Darum versuchen Feifel und seine Schützlinge nun, sich gegenseitig Mut zu machen für das Lokalduell, das wohl über Wohl und Wehe entscheiden wird. Von den 90 Minuten in Jena sollten sie dafür vor allem die Erinnerung mitnehmen, dass eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause Bayer endlich die erhofften, leider aber nicht genutzten Torgelegenheiten gebracht hat.

Abgesehen davon taugte der Auftritt beim Schlusslicht eher dazu, die Nervosität vor dem Duell mit dem FC ungesunde Ausmaße annehmen zu lassen. Besonders enttäuschend bleibt die erste Hälfte, die trotz leichter Feldüberlegenheit geprägt war von wenig Ideen im Spiel nach vorne, zu vielen technischen Fehlern und daraus resultierend wenig Torchancen. Nach der Pause lief es zwar erheblich besser. Aber es blieb das Gefühl, dass auch weitere 45 Minuten wohl nicht gereicht hätten, um USV-Torfrau Inga Schuldt zu überwinden.

Nun gilt es, die Enttäuschung des torlosen Remis schnell abzuschütteln und den Fokus komplett auf den Sonntag zu legen. Da dürfte vor allem Barth hoch motiviert sein, ihren Fehlschuss vom Punkt wieder wettzumachen. Zwar spielt sie so oder nächste Saison erstklassig (bei Turbine Potsdam), aber mit einem Abstieg möchte sie sich naturgemäß nicht aus Leverkusen verabschieden. Ein Sieg gegen Köln wäre zudem sicher gut geeignet, die schlechten Erinnerungen der Spielführerin an diese bittere Szene in Jena zu verdrängen.

Bayer 04 Klink – Vinken, Barth, Wirtz, Jessen – Wich (46. Csiszar), Reger (46. Kempe), Zeller, Machtens (54. Nikolic)– Rackow (46. Uebach), Rudelic.