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Bayer 04 Leverkusen: Jessica Wich fehlt nach Knöchelbruch bis Januar

Fußball, Frauen-Bundesliga : Bayers Frauen verlieren ihre Kapitänin

Jessica Wich von Bayers Bundesliga-Fußballerinnen hat sich beim 2:5 gegen Hoffenheim den Knöchel gebrochen. Die 30-Jährige verpasst somit nicht nur die Partie am Sonntag in Meppen, sondern fällt wohl bis Januar aus.

In die Vorbereitung für das Auswärtsspiel beim SV Meppen (Sonntag, 14 Uhr) platzte die Hiobsbotschaft. Die Verletzung von Jessica Wich erwies sich als Knöchelbruch. Damit müssen Bayers Bundesliga-Fußballerinnen mindestens die vier Spiele im Jahresschlusspurt ohne ihre Kapitänin bestreiten. „Das ist eine bittere Nachricht. Sie wird uns fehlen“, betonte Trainer Achim Feifel.

Erst im Februar war die heute 30-jährige Mittelfeldspielerin nach fast eineinhalb Jahren Pause aufgrund eines Kreuzbandrisses aufs Feld zurückgekehrt und hatte sich im engen Abstiegskampf gleich als wichtige Größe gezeigt. Darum war es keine Überraschung, dass sie im Sommer nach dem Wechsel von Merle Barth zur neuen Spielführerin ernannt wurde. So lange wie bei ihrer vorherigen schweren Verletzung wird Wich diesmal vermutlich nicht ausfallen. Nach der Operation am lädierten Knöchel wird sie wohl sechs bis acht Wochen fehlen. „Ich hoffe, dass sie im neuen Jahr zum Start der Vorbereitung wieder zurück ist“, sagt ihr Trainer.

Bis dahin will er aber nicht in Wehklagen verfallen, sondern den Ausfall im Kollektiv auffangen. Das ist auch im Sinne von Wich, die früh in dieser Saison in einem Interview auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes den Zusammenhalt und die Mentalität des Teams als wichtigste Gründe für den geglückten Start ausgemacht hatte.

Mentalität fordert nun auch Feifel ein. Nach zuletzt zwei Niederlagen – dem Pokal-Aus in Köln und dem 2:5 im Ligaspiel gegen Hoffenheim – sollen endlich wieder Punkte her. „Dafür müssen wir uns wieder auf das besinnen, was uns bislang in dieser Saison so stark gemacht hat“, fordert er. Eine agressivere Verteidigung, weniger unnötige Ballverluste, vor allem im Mittelfeld, und ein besseres Umschalten – das sind die Grundlagen, die wieder zurück in die Erfolgsspur führen sollen.

Auf dem Papier erscheint der SV Meppen als dankbarer Gegner dafür. Mit gerade einmal zwei Zählern steht der Aufsteiger nach acht Spieltagen am Ende der Tabelle. Aber Feifel hat sich genauer mit dem Schlusslicht sowie dessen ersten Auftritten im Oberhaus beschäftigt und ist gewarnt. Denn zu den bisherigen Gegnern gehörten die Teams auf den Plätzen eins bis fünf. Und gegen die hat der SVM ein Unentschieden geholt (2:2 gegen Potsdam) sowie zwei Mal auswärts nur knapp verloren: 0:2 in Wolfsburg und 0:1 in Hoffenheim. Selbst die Pleiten gegen Frankfurt (0:4) und München (0:3) blieben halbwegs im Rahmen für einen Aufsteiger.

„Meppen hat einigen Teams schon das Leben schwer gemacht und auch reichlich Pech gehabt. Mehr als einmal waren sie das bessere Team“, betont der Bayer-Coach. Die Warnung, den Gegner nur ja nicht zu unterschätzen, ändert freilich nichts an der Zielvorgabe für das Gastspiel im Emsland. Ein Sieg muss der Anspruch der Leverkusenerinnen sein – auch ohne Wich.

Abgesehen von der Kapitänin sowie Melissa Friderich (muskuläre Probleme) und Pauline Wimmer (Kreuzbandriss) ist Bayer 04 komplett. Henrietta Csiszár kehrte schon nach der Verletzung von Wich zurück auf den Rasen. Und nun ist auch die polnische Nationalspielerin Sylwia Matysik wieder einsatzbereit.