Bayer 04 Leverkusen: Henriette Csiszár lässt Bayer-Frauen jubeln

Fußballerinnen bleiben erstklassig : Csiszár lässt Bayers Frauen jubeln

Mit einem 2:1 gegen Essen gelingt Bayers Bundesliga-Fußballerinnen der Klassenerhalt. Henrietta Csiszár trifft doppelt.

Gut zwei Minuten trauten sich Bayers Fußballerinnen nicht, zu jubeln. Denn das Ergebnis aus Freiburg war noch nicht durchgesickert, wo Konkurrent Bremen zeitgleich spielte. Arm in Arm im Kreis fieberten sie der erlösenden Nachricht entgegen. Dann fanden die bangen Momente ein abruptes Ende: Die Nordlichter kamen nicht über ein 1:1 im Breisgau hinaus. Erst brach der Jubel auf der Tribüne des Leistungszentrums am Kurtekotten aus – und dann auch auf dem Rasen, wo es kein Halten mehr gab. Die Leverkusenerinnen feierten den Bundesliga-Klassenerhalt ausgelassen, sprangen umher, schrien ihre Erleichterung heraus, sangen vergnügt und lagen sich minutenlang in den Armen.

So viele Emotionen weckten auch die Sympathien der Fans von Gegner SGS Essen unter den knapp 400 Zuschauern. Die fanden es mit einem Mal gar nicht mehr so tragisch, dass ihr Team durch das 1:2 (1:0) in Leverkusen den dritten Platz in der Endabrechnung verspielt hatten und freuten sich mit dem Team der scheidenden Trainerin Verena Hagedorn, die den wohl bewegendsten Moment ihrer zweijährigen Zeit unter dem Bayer-Kreuz krankgeschrieben aus der Ferne erlebte.

Eine ihrer Vorgängerinnen war dafür Augenzeuge des kaum noch für möglich gehaltenen Happy Ends. Doreen Meier, die die Leverkusener Fußballerinnen 2010 erstmals in die Bundesliga führte und den Verein 2012 verließ, sah zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder eine Partie ihres ehemaligen Klubs. Doch sie war nicht etwa gekommen, um mitzufiebern, sondern um Bayers Konkurrent Werder jederzeit über den Spielstand zu informieren – ein Gefallen für ihre beste Freundin Birte Brüggemann, Bremens Abteilungsleiterin.

„Für sie tut es mir wirklich leid“, betonte Meier. Trotz der persönlichen Kontakte an die Weser konnte aber auch sie sich der Kraft des Augenblicks nicht entziehen, zumal mit Anna Klink und Merle Barth zwei ehemalige Spielerinnen von ihr am „Wunder von Leverkusen“ mitwirkten – und beide spielten dabei eine wichtige Rolle. Barth hielt gegen den Favoriten im defensiven Mittelfeld den Laden zusammen. Und Klink lieferte eine Vielzahl zum Teil sensationeller Paraden. Nur einmal, beim 0:1 von Essens Lena Oberdorf mit dem Pausenpfiff, war sie machtlos. „Nur durch Anna ist Bayer überhaupt im Spiel geblieben. Für mich hat sie den Klassenerhalt festgehalten“, sagte Meier.

Aber den Sieg nur einer Spielerin zuzuschreiben, würde dem Charakter der gemeinsamen Kraftanstrengung nicht gerecht. Denn alle Leverkusenerinnen leisteten ihren Beitrag für den Klassenerhalt, der während der Partie schon kaum noch für möglich gehalten wurde. Während Bayer erst Saskia Meier nach nur neun Minuten verletzt verlor und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das Gegentor hinnehmen musste, führte Bremen indes in Freiburg. Bei einem Triumph des Konkurrenten hätte auch ein Kantersieg der Rheinländerinnen nicht gereicht.

Die wurden bewusst nicht über die Zwischenstände aus dem Breisgau informiert. Sie sollten sich auf die eigene Aufgabe konzentrieren, was ihnen auch gelang. Nach der Pause kauften sie Essen zunehmend den Schneid ab und drehten mit einer tollen Moral die Partie – durch zwei späte Treffer von Henrietta Csiszár (71./81.).

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