Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen verlieren 0:1 in Duisburg

Niederlage im Schlüsselspiel : Duisburg schockt Hagedorns Fußballerinnen

Durch die 0:1-Niederlage beim MSV hat sich die Tabellensituation für Bayers Bundesliga-Fußballerinnen wieder verschärft. Trainerin Verena Hagedorn hat noch viel Arbeit mit ihrem Team vor sich.

Als Schiedsrichterin Angelika Söder zum Schlusspfiff ansetzte, zog sich Anna Klink ihr neonoranges Jersey hoch und biss frustriert in den Stoff. Die Torfrau von Bayers Fußballerinnen war sichtlich bedient. Sie wendete sich ab, als ob sie so die bitteren Bilder der Siegesfeier des MSV Duisburg zu den Klängen des „Zebra-Twist“ aus dem Kopf bekommen würde. Andere Leverkusenerinnen sanken zu Boden und nahmen das Geschehen um sie herum nur am Rande wahr. Es war nicht zu übersehen: Die 0:1-Niederlage beim Nachbarn traf das Team von Trainerin Verena Hagedorn hart – und das ging weit über die Auswirkungen auf das Klassement hinaus, wo der MSV durch den Erfolg im Kellerduell vorbeiziehen konnte.

Die über 540 Zuschauer im PCC-Stadion sahen eine Partie ganz nach ihrem Geschmack. Denn die Gäste erwiesen sich in einer zerfahrenen Partie mit wenigen Höhepunkten von Anfang an als das nervösere, unsicherere von zwei schwachen Teams. Von der spielerischen Überlegenheit, die Hagedorn umgesetzt wissen wollte, war allenfalls in einzelnen Szenen und eher homöopathischer Dosis etwas zu sehen, was sicher auch am etwas holprigen Rasen lag. Aber das wollte die Trainerin nicht als einzige Ausrede gelten lassen. „Wir haben das auch ganz einfach nicht gut gemacht, haben uns zu viele Fehler geleistet und vorne die nötige Tiefe vermissen lassen“, betonte sie.

Der MSV geizte seinerseits zwar ebenfalls nicht mit Fehlern, agierte aber insgesamt geschickter und entschlossener. Immer wieder störten die Zebras erfolgreich den Spielaufbau des Gegners, dem es zu selten gelang, die nötige Sicherheit und Präzision an den Tag zu legen. Die spärlichen Chancen für Bayer waren eher Zufallsprodukte – wie bei Elisabeth Mayrs Versuch nach überraschendem Ballgewinn im Strafraum vor und Ivana Rudelics Schuss nach der Pause.

Die Quittung für die schwache Vorstellung ließ lange auf sich warten – was auch daran lag, dass Klink bei mehreren guten Duisburger Chancen auf dem Posten war. In der 83. Minute konnte dann auch sie den verdienten Rückstand nicht mehr verhindern. Einen ersten Schuss wehrte sie noch ab, allerdings genau vor die Füße von Dörthe Hoppius, die der Keeperin keine Chance ließ.

Die beste Nachricht an einem aus Leverkusener Sicht gebrauchten Tag kam aus Potsdam, wo der SV Werder 0:5 verlor. „Das Gute ist: Wir sind weiter über dem Strich und müssen weiter alles geben – und hoffen, dass es am Ende reicht“, sagte Hagedorn, deren Mission Klassenerhalt sich nun verkompliziert hat.

Bayer 04 Klink – Heinze (67. Barth), Friedrich, Ringsing, Oliveira Leite – Rackow – Rudelic, Csiszár, Sahlmann, Gier (59. Jessen) – Mayr (46. Mayr).

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