Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen rutschen auf einen Abstiegsplatz ab

0:5 gegen Wolfsburg : Fußballerinnen rutschen auf einen Abstiegsplatz ab

In Abwesenheit von Trainerin Verena Hagedorn verlieren Bayers Frauen 0:5 gegen Wolfsburg. Noch bitterer sind aber die Ergebnisse der Konkurrenz.

Aus der Ferne musste Verena Hagedorn den vergangenen Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga mitverfolgen. Eine Lungenentzündung setzte die Trainerin von Bayer 04 außer Gefecht. Die Nachrichten aus den Stadien machten die Abwesenheit nicht einfacher. Die Niederlage ihres Teams gegen den Spitzenreiter VfL Wolfsburg kam nicht gerade überraschend. Aber bitterer als das 0:5 (0:3) war ohnehin das Ergebnis aus Bremen, wo der SV Werder im Frühspiel den 1. FFC Frankfurt 2:1 bezwang.

Beide Resultate in Kombination befördern die Leverkusenerinnen erstmals in diesem Jahr wieder auf einen Abstiegsplatz knapp hinter den punktgleichen Hansestädterinnen, die das gravierend bessere Torverhältnis vorweisen können. Damit ist auch die Hoffnung dahin, es könne irgendwie mit dem Klassenerhalt allein deshalb reichen, weil der Verfolger keinen Sieg mehr landet. Nun kann umgekehrt Werder hoffen. Punktet Bayer in den verbleibenden Partien nicht, verabschiedet sich das Team ganz sicher nach nur einem Jahr wieder aus der Erstklassigkeit – Und ob ein einzelner Zähler schon reicht, ist überhaupt nicht gewiss, weil Bremen unter anderem noch gegen den SC Sand (gegen den Bayer ein Remis geholt hat) und die SGS Essen (gegen die dem SVW im Hinspiel ein Unentschieden glückte) antreten darf.

Diese deutliche Verschlechterung der Ausgangslage überdeckte in der Wahrnehmung leider ein wenig die durchaus vorhandenen positiven Aspekte aus dem Wolfsburg-Spiel. Denn ganz anders als beim unnötigen 0:1 in Duisburg, das nun in der Nachbetrachtung noch fataler wirkt, präsentierte sich die diesmal von Eskander Zamani betreute Elf entschlossen, dynamisch und als verschworene Einheit. Doch die Leverkusenerinnen zwangen Wolfsburg zwar nach dem 0:2 durch zwei Treffer von Ewa Pajor (10./20.) zu einigen Fehlern, nutzten ihre daraus resultierenden Ballgewinne aber nicht. Eher ängstlich wirkte Lena Uebach, die frei vor Nationalkeeperin Almuth Schult auftauchte, unglücklich Ivana Rudelic bei ihrem Vorstoß auf der Außenbahn, überhastet Sandra Maria Jessen bei ihrem scharfen Fernschuss über das Tor.

Trotzdem freute sich der von der Seitenlinie lautstark dirigierende und mitfiebernde Zamani, dass „wir mutiger geworden sind“ und „ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist.“ Aber alle Leverkusener Hoffnung, noch einmal für etwas Spannung zu sorgen, machte spätestens Caroline Graham Hansen mit ihrem Treffer unmittelbar vor dem Pausenpfiff zunichte. Pajors dritter Streich (54.) und das 0:5 durch Pernille Harder (61.) waren dann rein statistische Ereignisse.

Vier Spiele bleiben den Leverkusenerinnen noch, um Zähler gegen den Abstieg zu sammeln. Wenn sie die Ansätze aus dem Wolfsburg-Spiel nutzen und den Eindrücken aus dem Training gerecht werden, dann - ist Zamani überzeugt - könnte der Klassenerhalt durchaus noch gelingen. Er sieht in den verbliebenen vier Partien Chancen, Zählbares mitzunehmen. „Davon bin ich überzeugt. Es ist eine Frage des Mutes und der Einstellung“, betont er.

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