Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen gehen ins Fernduell um den Klassenerhalt

Endspiel im Abstiegskampf : Fußballerinnen gehen in ein Fernduell um den Klassenerhalt

Während Bayers Frauen am Sonntag den Tabellenvierten SGS Essen empfangen, tritt der punktgleiche SV Werder Bremen in Freiburg an.

Bayers Fußballerinnen hätten es sich zweifellos anders gewünscht, aber noch ist ihr großes Ziel erreichbar. Wenn am Wochenende der letzte Spieltag absolviert ist, wird endgültig feststehen, ob die Leverkusenerinnen auch in der nächsten Spielzeit der 1. Bundesliga angehören. Entschieden wird der Klassenerhalt in einem Fernduell zwischen Bayer 04 und dem punktgleichen SV Werder. Der Aufsteiger empfängt am Kurtekotten den Tabellenvierten SGS Essen (14 Uhr), Bremen muss zum Siebten SC Freiburg.

Was der große Konkurrent anstellt, der mit dem Vorsprung der erheblich besseren Tordifferenz auf die Zielgerade einbiegt, will Co-Trainer Eskander Zamani während der eigenen Partie komplett ausblenden. „Wir tun gut daran, uns erst einmal komplett auf unser Spiel zu konzentrieren“, sagt er. So hat er es auch unter der Woche gehalten, als Bremen das Nachholspiel gegen den FC Bayern bestritten hat. Da setzte er kurzerhand zur gleichen Zeit ein Training an. So erfuhren er und das Team erst anschließend von der für sie glücklichen Wendung. Lange sah es nach einem überraschenden Punktgewinn für Bremen aus. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Münchens Lucie Vonkova den einzigen Treffer des Tages.

Der späte Rückschlag für den Konkurrenten könnte noch wertvoll für Bayer werden. „So etwas tut weh und kann für Bremen durchaus ein Handicap sein“, vermutet er, um dann aber – seiner eigenen Vorgabe folgend – gleich wieder die eigene Partie in den Fokus der Betrachtung zu rücken. Die vergangenen Spiele, in denen eine klare Leistungssteigerung zu sehen war, sollen die Vorlage gegen Essen liefern. Beim Remis gegen Potsdam konnten die Leverkusenerinnen ganz deutlich sehen, zu was sie in der Lage sind, wenn sie engagiert und konzentriert auftreten. Zuletzt bei der Pleite in Frankfurt waren zwar auch ordentliche Ansätze zu sehen. „Aber es hat nicht alles gepasst – auch, weil die ein oder andere offenbar dachte, nach einem Unentschieden gegen Potsdam ließe sich locker auch in Frankfurt punkten“, sagt Zamani.

Daraus will er dem Team aber keinen Vorwurf machen. Schließlich sei das vergleichsweise normal bei einem so jungen Kader – zumal dann, wenn wie in dieser Spielzeit einige erfahrene Leistungsträgerinnen – wie Isabel Kerschowski – fast die gesamte Saison ausfallen. Die Hoffnung auf ein Comeback am letzten Spieltag haben sich inzwischen zerschlagen. „Das käme noch zu früh. Die Gesundheit geht eindeutig vor“, betont Zamani. Ähnliches gilt auch für Trainerin Verena Hagedorn, die nach wie vor krankgeschrieben ist und aus der Ferne mitfiebern muss, ob es ihr gelingt, sich mit dem Klassenerhalt aus Leverkusen zu verabschieden.

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