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Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen empfangen Turbine Potsdam

Fußball, Frauen-Bundesliga : Feifel nimmt Bayers Frauen in die Pflicht

Der Trainer der Bundesliga-Fußballerinnen sieht in der enttäuschenden Niederlage zuletzt gegen die SGS Essen einen „Wachrüttler“ zur richtigen Zeit. Am Freitagabend geht es für ihn und sein Team gegen Turbine Potsdam weiter.

Viel Zeit blieb Bayers Fußballerinnen nicht für die Analyse und Aufarbeitung der enttäuschenden Niederlage gegen die SGS Essen – dabei hätte es viel zu besprechen gegeben. Doch nur fünf Tage nach der Pleite steht am Freitag das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. Zu Gast im Ulrich-Haberland-Stadion ist mit Turbine Potsdam ein Gegner von gehobenem Format. Die Partie gegen den Vorjahresvierten, die um 19.15 Uhr angepfiffen wird, wird live im Stream bei Magenta Sport übertragen.

Wohl niemand würde Trainer Achim Feifel unterstellen, er strebe nicht stets nach dem bestmöglichen Resultat. Der Niederlage gegen die SGS konnte er abgesehen von theoretischen Erwägungen nicht viel Positives abgewinnen. „Hätten wir mit etwas Glück gewonnen – was angesichts von zwei Abseitstoren durchaus möglich gewesen wäre – hätte das viel kaschiert und wäre darum vielleicht sogar kontraproduktiv gewesen“, philosophiert der Fußball-Lehrer.

Er hofft, dass seine bereits seit Monaten schon fast mantraartig wiederholte Warnung nun endlich auch bei jeder Spielerin ankommt. Bereits in der Rückrunde der erfolgreichen Vorsaison hatte Feifel beharrlich betont, wie wichtig es sei, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, stets fokussiert und engagiert zu sein, hart an sich zu arbeiten und alles zu geben, weil „wir noch lange nicht so weit sind, wie einige vielleicht denken“. Diese Worte sind nach wie vor aktuell, wie die Niederlage gegen die SGS gezeigt hat. Die Gäste zeigten mehr Willen, Laufbereitschaft und Aggressivität als die Leverkusenerinnen.

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„Das Trainergespann kann immer viel warnen – manchmal braucht es die direkte eigene Erfahrung, um das auch wirklich zu begreifen. Darum ist so ein Spiel zum Wachrütteln zu diesem frühen Zeitpunkt gar nicht so schlecht“, sagt der Coach. Eine deutliche Veränderung der Einstellung hält er für dringend geboten. „Bisher sind wir nicht auf einem guten Weg“, lautet das Zwischen-Fazit des Übungsleiters, wobei er sich und das Trainerteam durchaus in die Kritik einschließt.

Wohl und Wehe des Überraschungsteams der Vorsaison haben aber freilich nicht allein mit der Einstellung zu tun. Was die körperlichen Voraussetzungen anbelangt, ist ebenfalls noch Luft nach oben – ein Problem, das sich kaum auf die Schnelle beheben lässt. „Letzte Saison war unsere gute Kondition einer der Schlüssel zum Erfolg. Gegen Essen war leider nicht zu übersehen, dass wir von diesem Stand noch weit entfernt sind. Uns ist nach der Pause merklich die Kraft ausgegangen. Daran müssen und werden wir arbeiten“, kündigt Feifel an.

Fünf Tage sind dafür freilich nicht einmal ansatzweise genug Zeit – und so hofft der Trainer gegen Potsdam vor allem darauf, dass seine Schützlinge mit einer besseren Einstellung ins Spiel gehen als am vergangenen Sonntag. Das wird auch nötig sein, kommt doch mit Turbine ein Gegner, der viel Offensivdrang und individuelle Klasse aufs Feld bringt – und nach dem turbulenten Treffen in der vergangenen Saison (Bayer gewann nach 3:0-Führung und 3:2-Zwischenstand letztlich mit 4:2) sicher hoch motiviert sein wird.

Verzichten muss Bayer 04 nach wie vor auf Jessica Wich, Nina Brüggemann und Julia Pollak. Dazu dürfte auch Kristin Kögel ausfallen, die sich eine Innenbanddehnung im Knie zugezogen hat. Dafür stehen die Chancen gut, dass Lara Marti nach überstandener Blessur wieder für das Spiel am Freitag zur Verfügung steht.