Bayer 04 Leverkusen: Fußballerinnen empfangen Potsdam

Abstiegskampf in der Bundesliga : Hagedorn: „Wir haben nichts mehr zu verlieren“

Vor dem Heimspiel gegen Turbine Potsdam setzt die Trainerin von Bayers Fußballerinnen auf die Außenseiterchance.

Unter der Woche setzte Verena Hagedorn sicherheitshalber noch aus. Aber es sieht alles danach aus, dass die Trainerin von Bayers Erstliga-Fußballerinnen am Sonntag nach überstandener Lungenentzündung wieder selbst am Spielfeldrand stehen kann – und es wartet gleich eine knifflige Aufgabe auf die Ex-Nationalspielerin und ihre Schützlinge. In ihrem drittletzten Spiel als Hauptverantwortliche bei den Leverkusenerinnen bekommt sie es mit dem Star-Ensemble von Turbine Potsdam zu tun (Sonntag, 14 Uhr, Ulrich-Haberland-Stadion).

„Es gibt sicher einfachere Gegner. Aber darauf können wir in unserer Situation keine Rücksicht nehmen. Außerdem war es vor der Saison unser Anspruch, auch einmal gegen solche Teams bestehen zu können“, betont Hagedorn. Diesem Anspruch wurden Bayers Frauen freilich in dieser Saison zu selten gerecht. Deshalb ist die Ausgangslage drei Partien vor dem Saisonende prekärer denn je. Bei einem Punkt Rückstand auf Werder Bremen und dem deutlich schlechteren Torverhältnis müssen dringend Punkte her.

Am besten schon am Sonntag gegen den Tabellendritten Potsdam. Bayer kann vorlegen, weil Bremens Partie gegen den FC Bayern erst in anderthalb Wochen stattfindet. Und eine Leverkusener Überraschung könnte den zuletzt so starken Konkurrenten aus den Norden unter Druck setzen.

Obwohl sie gegen Wolfsburg und in Hoffenheim nicht selbst vor Ort sein konnte, hat die Trainerin beide Partien eingehend studiert und mit Co-Trainer Eskander Zamani ausführlich besprochen. Dabei gab es auch vielversprechende Erkenntnisse. Gegen den VfL war es über weite Strecken das Abwehrverhalten, im Kraichgau der Offensivdrang und die Zielstrebigkeit vor dem Tor – und in beiden Partien die Moral und Entschlossenheit, die fehlten. Aber es gab auch einen entscheidenden Makel. „Wir machen es uns durch individuelle Fehler immer wieder selbst schwer. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Und das müssen wir dringend abstellen, wenn wir den Klassenerhalt noch schaffen wollen“, sagt die Trainerin.

Aus der Not will sie eine Tugend machen und ihr Team zwar motivieren, ihm aber gleichzeitig auch den Druck nehmen. „Wir haben schließlich nichts mehr zu verlieren“, sagt Hagedorn. Was jedoch keineswegs heißen soll, dass sie die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufgegeben hat. Im Gegenteil: Dass viele Beobachter Bayer bereits abgeschrieben haben, will sie nutzen und in zusätzliche Energie umwandeln. Bis auf die Langzeitverletzten und die gesperrte Lena Uebach (fünfte Gelbe Karte) steht ihr dabei am Sonntag der komplette Kader zur Verfügung.

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