Bayer 04 Leverkusen: Druck auf Bayers Bundesliga-Fußballerinnen steigt

Niederlagen-Serie : Druck auf Bayers Bundesliga-Fußballerinnen steigt

Nach dem Erfolg in München wartet das Team von Trainer Achim Feifel seit fünf Partien auf einen Erfolg. Sonntag kommt Jena.

Anderthalb Monate ist der Sensationssieg beim FC Bayern am dritten Spieltag nun her. Seitdem mussten die Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer 04 fünf Niederlagen hinnehmen – und stehen vor den Treffen mit den beiden Aufsteigern USV Jena und 1. FC Köln mehr unter Druck, als viele Experten nach dem Coup in München für möglich gehalten hätten. „Wir müssen uns endlich mal wieder belohnen“, sagt Coach Achim Feifel.

Vor der Partie gegen Jena am Sonntag (14 Uhr, Kurtekotten) ist die personelle Situation unterm Bayer-Kreuz angespannt. Zwar hat Lena Uebach beim 0:1 in Potsdam wieder einen ersten Kurzeinsatz bestritten und auch Sandra Maria Jessen (krank) konnte wieder trainieren und kehrt in den Kader zurück. Dafür ist nun Ann-Kathrin Vinken nach ihrer Gelb-Roten Karte gesperrt. Frederike Kempe hat zudem einen kleinen Rückschlag erlitten. Der Einsatz von Kapitänin Merle Barth (muskuläre Probleme) ist zumindest fraglich. „Das ist wirklich nicht mehr normal“, sagt Feifel mit Verweis auf die Flut von immer neuen schlechten Nachrichten.

Groß Aufhalten mit der langen Liste der Ausfälle will er sich aber genauso wenig wie mit Ärger über die zuletzt diskutablen Schiedsrichterentscheidungen gegen sein Team oder fehlendes Spielglück. „Das wird sich auch wieder ändern – aber das geht nur, wenn auch wir unseren Teil mit einer guten Leistung dazu beitragen und unser Potenzial auf den Rasen bringen.“

Als Mahnmal für die Partien gegen die Kellerkinder dient ihm die eigene Niederlage in Duisburg. Denn diesmal will Feifel es dringend vermeiden, einen Konkurrenten stark zu machen. Als einen Schlüssel zum Erfolg hat er neben einer besseren Chancenverwertung eine aggressive, konsequente und konzentrierte Abwehrarbeit ausgemacht. „In der Defensive hat es in Duisburg nicht gepasst. Das ist uns auf den Schuh gefallen.“ Deutlich besser hat ihm die Verteidigung beim 0:1 in Potsdam gepasst. Überhaupt stimmen ihn die Leistungen zuletzt optimistisch – wenn da das erwähnte Manko mit der fehlenden Belohnung nicht wäre.

Mit dem früheren Klub von Routnier Ivana Rudelic kommt die Schießbude der Liga an den Rhein. Feifel warnt aber davor, den USV auf die 40 Gegentreffer in acht Spielen und die magere Bilanz von nur einem Zähler (2:2 im Aufsteiger-Duell mit Köln) zu reduzieren. „Sie haben immer mal wieder phasenweise sehr stark gespielt, beispielsweise in Potsdam oder gegen Frankfurt geführt“, sagt der Bayer-Coach. Tore erzielen könne der Aufsteiger auch, wovon die Tatsache zeugt, dass Jena ungeachtet vieler deutlicher Niederlagen in den ersten sechs Partien immer mindestens einen Treffer erzielt hat.

Sogar sieben Partien in Serie gelang das den Leverkusenerinnen, die nur in Potsdam leer ausgingen. Das beste Gegenmittel gegen die Enttäuschung über diese unnötige Niederlage und aufkommende Zweifel wäre ohne Frage ein Erfolg am Sonntag.