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Bayer 04 Leverkusen: Dreifache Milena Nikolic bringt den Sieg

Fußball, Frauen-Bundesliga : Dreierpack von Nikolic – Bayers Frauen besiegen Potsdam

Die Nationalspielerin Bosnien-Herzegowinas erwischt gegen Potsdam einen Sahnetag und trägt entscheidend zum 4:2 (1:0) von Bayers Bundesliga-Fußballerinnen bei.

Von ihrem Training am Samstag grüßten Bayers vergnügte Fußballerinnen ihre Fans mit einem Foto in den sozialen Medien. Dazu reckte das Team von Trainer Achim Feifel stolz vier Finger in die Höhe. Diese Geste passte gleich in doppelter Hinsicht zu ihrem Coup vom Vorabend. Vier Treffer erzielten die Leverkusenerinnen beim 4:2 (1:0) gegen den Top-Klub mit Champions League-Ambitionen und grüßen nun erst einmal von Rang vier – mindestens bis Mittwoch, wenn sich Turbine Potsdam mit einem Sieg im Nachholspiel den Platz hinter Bayern, Wolfsburg und Hoffenheim zurückerobern könnte.

Das ist die bisher beste Erstliga-Platzierung in der Geschichte des Frauenfußball-Teams bei Bayer 04. Aber wichtiger noch als „die wirklich schöne Momentaufnahme“ war dem Trainer die Art und Weise, wie seine Schützlinge sich die drei Punkte gesichert haben. Wegen der langen Liste von fehlenden Spielerinnen – nun meldete sich auch noch Sandra Maria Jessen ab, die schwanger ist – sah Feifel nur Außenseiterchancen. Das Team müsse über sich hinauswachsen, um überhaupt eine Chance zu haben.

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Nun, über sich hinausgewachsen sind die Gastgeberinnen zweifellos. Bayers Frauen störten die Abwehrspielerinnen aus Potsdam früh beim Spielaufbau und verhinderten so nachhaltig den Spielfluss des Favoriten. „Ich freue mich vor allem, dass wir diese Giftigkeit und Galligkeit auch im Spiel gezeigt haben“, betonte Feifel. Er sagte, dass er seine Schützlinge zuletzt im Training sogar in ihrem Eifer bei Abwehraktionen etwas bremsen musste.

Beim ersten Treffer profitierte Bayer von Patzern des Gegners. Nach Zuckerpass von Milena Nikolic machte die Ex-Leverkusenerin Merle Barth eine schlechte Figur im Zweikampf mit Zugang Mina Tanaka. Die Japanerin kam schneller wieder auf die Beine, sah aus dem Augenwinkel Henrietta Csiszár und legte ihr den Ball auf. Turbine-Torhüterin Emma Lind half kräftig mit. Weil sie zu weit vorne stand, hatte sie keine Chance gegen den feinen Heber der Ungarin (23.).

Die bereitete einen weiteren Treffer mit einem gezielten Pass ohne Hinzuschauen vor und stach wie ihre Nationalmannschaftskollegin Dorá Zeller und die quirlige Tanaka und aus einem starken Team heraus. Aber eine Leverkusenerin stellte selbst dieses Trio sogar noch in den Schatten: Nikolic gab sich mit dem Anteil am Führungstreffer nicht zufrieden und zeigte später eindrucksvoll ihren eigenen Torriecher.

Und es brauchte auch alle drei Treffer (61./68./82.), um den Sieg zu sichern. Denn trotz Drei-Tore-Rückstand steckte Potsdam nicht auf, entwickelte viel Druck gegen die Leverkusenerinnen, deren Kräfte sichtlich schwanden, verkürzte durch Chmielinski (71.) und Mesjasz (77.) und war drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen. Erst eine Energieleistung und ein letzter Konter mit Nikolics drittem Streich sorgten für die Entscheidung.

„Wir haben alles reingeworfen. Aber das mussten wir auch. Das war ein unglaublich intensives Spiel und wirklich Werbung für den Frauenfußball“, betonte Feifel. Das galt besonders, weil das packende Duell bei Eurosport live im Fernsehen zu sehen war.

Bayer 04 Klink – Kerschowski, Turanyi, Vinken, Marti – Matysik (64. Zdebel) – Csiszár, Kögel, Zeller (77. Wieder) – Tanaka (85. Rackow), Nikolic.