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Bayer 04 Leverkusen: Achim Feifel peilt mit Fußballerinenn den Europapokal an

Fußball, Frauen-Bundesliga : Bayer-Coach Achim Feifel peilt den Europapokal an

Achim Feifel, Trainer der Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer 04 Leverkusen, hat sich mit seiner Mannschaft perspektivisch zum Ziel gesetzt, in den internationalen Wettbewerb einzuziehen.

Eine lange Winterpause ist den Bundesliga-Fußballerinnen von Bayer 04 nicht vergönnt. Schon am 3. Januar erwartet Trainer Achim Feifel seine Schützlinge zum Trainingsauftakt. Die Unterbrechung im Spielbetrieb nutzte der Fußballlehrer nun zu einem Blick auf das bisher Erreichte. Nach der Hinrunde und dem geglückten Rückrundenstart gegen Jena sieht er den Fünften der vorherigen Saison auf einem guten Weg, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Er sagt: „Wir wollten die Leistung der Vorsaison bestätigen und uns weiter im gesicherten Mittelfeld etablieren.“

Das ist gelungen. Die Leverkusenerinnen überwintern auf dem sechsten Platz und haben nur einen Punkt weniger gesammelt als zum gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. „Deshalb sind wir im Großen und Ganzen auch zufrieden“, betont Feifel. Dem Coach zufolge wären zwei oder drei Zähler mehr drin gewesen, zum Beispiel in den Spielen gegen die Top-Klubs Wolfsburg (1:1) und Frankfurt (0:1). „Aber auf der anderen Seite hatten wir auch hier und da etwas Glück – in Freiburg etwa.“ Insgesamt entspreche die Ausbeute den gezeigten Leistungen.

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Verbesserungsmöglichkeiten sieht der 57-Jährige vor allem, was die Konstanz betrifft. „Die Schwankungen der Leistungen von Woche zu Woche waren zum Teil sehr groß“, sagt er. Es gehe dabei sowohl um die individuellen Leistungen als auch die des Teams. Zu besichtigen war das insbesondere bei den vier Partien mit den Spitzenteams zum Ende der Hinrunde. Hier wechselten sich hohe Niederlagen mit starken Auftritten ab. „Wir müssen stabiler werden und uns besser wehren.“

Dabei denkt Feifel nicht nur an die Pleiten in Sinsheim und München (je 1:7), sondern insbesondere an das 3:4 im Derby gegen Köln. „Dass wir da 0:3 in Rückstand geraten, das darf uns einfach nicht passieren.“ Gegen Versuche, sein Team schon jetzt zu einem Spitzenteam zu erklären, hat sich der Übungsleiter schon deutlich gewehrt, als sein Team nach fünf Siegen an den ersten sechs Spieltagen punktgleich mit den Bayern auf Rang zwei stand.

Aber die Zurückhaltung ist nur dem Zeitpunkt geschuldet. Zunächst einmal gelte es, sich die nächsten ein bis zwei Jahre weiter zu etablieren. „Schließlich dürfen wir nicht erwarten, von jetzt auf gleich zu langjährigen Spitzenteams wie München und Wolfsburg, aber auch Frankfurt, Potsdam und Hoffenheim aufschließen zu können.“ Perspektivisch hofft er auf eine Qualifikation für den Europapokal, wofür nach jetzigem Stand Platz drei in der Liga nötig würde. „Solche Träume muss man haben, wenn man einen solchen Aufwand betreibt.“

Grundsätzlich sieht Feifel Bayers Frauen auf einem guten Weg. Sportlich ist der Fortschritt in der Liga nicht zu übersehen. Mindestens genauso entscheidend ist Feifels Meinung nach aber das passende Umfeld. Was die Vergrößerung des Trainerstabs oder die Infrastruktur anbelangt, seien die Voraussetzungen bestens. Auch der gewachsene Stellenwert des Frauenfußballs im Verein stimmt ihn zuversichtlich. Die verbindet der Trainer insbesondere mit dem Amtsantritt von Thomas Eichin als Leiter des Leistungszentrums.

„Er tauscht sich regelmäßig mit den Spielerinnen aus, schaut jedes Spiel und ist immer bestrebt, den Bereich weiter nach vorne zu bringen“, sagt Feifel. Das äußert sich auch in manch vermeintlicher Kleinigkeit. So wurde etwa einem Wunsch Feifels entsprochen, die Trainingseinheiten teils vom Abend auf den Nachmittag vorzuverlegen oder Talenten gezielt Training mit Jungen-Teams zu ermöglichen.