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Bayer 04 Leverkusen: Achim Feifel bleibt und blickt auf Essen

Fußball, Frauen-Bundesliga : Feifel bleibt und blickt auf Essen

Der Trainer von Bayers Fußballerinnen hat seinen Vertrag beim Werksklub bis 2023 verlängert. Am Freitag empfängt er mit seinem Team die SGS Essen.

Die starke Saison von Bayers Bundesliga-Fußballerinnen freut nicht nur Trainer Achim Feifel, sondern auch die Verantwortlichen im Klub. Deshalb verlängerten sie den auslaufenden Vertrag mit dem 56-jährigen Fußballlehrer unter der Woche um drei Jahre. Wie es die Art des bescheidenen Diplom-Sportpädagogen ist, spricht er deutlich lieber über die nächsten Aufgaben seines Teams als über sich selbst. Für die haben sich Feifel und seine Schützlinge nach der überraschenden Niederlage in Bremen viel vorgenommen. Schließlich wartet auf die Leverkusenerinnen am Freitag (19.15 Uhr) einmal mehr ein TV-Spiel – und mit der SGS Essen eines der drei Teams, die den Leverkusenerinnen Platz fünf gerne noch abluchsen würden.

Fünf Punkte beträgt der Vorsprung aktuell, allerdings bei einem Spiel weniger für die SGS. Feifel zollt den Schönebeckerinnen Respekt. „Sie brauchten etwas Zeit nach dem Umbruch im Sommer. Aber Kompliment, das haben sie wirklich super hinbekommen, eine gute Entwicklung genommen und unter anderem in Hoffenheim gewonnen“, betont er. Prächtig entwickelt hat sich aber freilich auch die Feifel-Elf, die trotz des jüngsten Rückschlags weiter als die positive Überraschung dieser Spielzeit gilt.

„Deshalb müssen wir jetzt auch nicht die Köpfe hängen lassen. Ein solches Spiel musste irgendwann fast zwangsläufig kommen“, räumt er ein. Womöglich sei es auch eine Niederlage zur rechten Zeit. Feifels Mantra lautete schon zuvor stets: „Wir sind noch lange nicht so weit, wie einige nun vielleicht glauben, und müssen uns den Erfolg in jedem Spiel neu erarbeiten.“

Die Spielerinnen sollten sich nach Feifels Vorgabe auf das besinnen, was sie in dieser Saison so stark und erfolgreich gemacht hat: eine gute, griffige, giftige Abwehr und aggressives Pressing. „Danach kommt erst einmal lange nichts und erst dann irgendwann das Spiel mit dem Ball. Soweit, den Gegner in Grund und Boden zu spielen, sind wir noch lange nicht.“

Das hat auch mit den immer neuen Rückschlägen zu tun, die es zu kompensieren gilt – vor dem Spiel in Bremen etwa die Tatsache, dass vier von fünf Nationalspielerinnen angeschlagen oder verletzt von ihrer Auswahl zurückkehrten. Für Lara Marti ist die Saison sogar gelaufen. Ob Henrietta Csiszár zur Verfügung steht, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Ohnehin fehlen bereits Verena Wieder, Viktoria Pinther, Pauline Wimmer, Jessica Wich, Pauline Machtens und die schwangere Sandra-Maria Jessen. „Aber wir sind ja schon geübt darin, die vielen Ausfälle zu kompensieren“, betont Feifel. Deutlich lieber spricht er über die Rückkehr von Sylwia Matysik. Die Polin ist wieder im Mannschaftstraining und dürfte gegen Essen auch wieder auf dem Feld stehen. „Ihre Aggressivität und Zweikampfstärke wird uns guttun“, ist der Trainer überzeugt.

Er fühlt sich auch im zweiten Jahr in Leverkusen pudelwohl, wo ihm einst schon bei seiner Stippvisite anlässlich seiner Trainerausbildung der „tolle Menschenschlag“ im Klub aufgefallen war. Was das anbelangt, passt der Trainer ebenso gut zu Bayer 04 wie mit seiner langfristigen Entwicklung der Mannschaft. „Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und brauchen Kontinuität auf dieser Position, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen“, sagte Thomas Eichin, Leiter des Leistungszentrums Kurtekotten, zur Vertragsverlängerung. Trotz des langfristigen Ansatzes hätte er aber wie Feifel nichts gegen weitere kurzfristige Erfolge – am besten schon gegen Essen.