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Basketball: Außendarstellung wirkt sehr befremdlich

Basketball : Außendarstellung wirkt sehr befremdlich

Als Otto Reintjes am 14. April im VIP-Bereich der Smidt-Arena den Staffelstab als Chef der Basketballabteilung des TSV Bayer 04 weiterreichte, sagte er: "Der Leverkusener Basketball steht vor einer guten Zukunft." Heute, gut drei Monate später, geben die Bayer Giants als Aushängeschild eben dieses Leverkusener Basketballs nach außen hin ein Bild ab, das auf viele in der hiesigen Sportszene äußerst befremdlich wirkt.

Der Start des neuen Vorstands mit der öffentlichen Ausschreibung der Trainerstelle für das ProB-Team erntete Kopfschütteln auf breiter Front. Die Tatsache, den letztlich Auserwählten als Wunschkandidaten zu verkaufen, obwohl nachweislich andere Trainer vorher angefragt wurden, wirkte dann schon peinlich. Auch hinterlässt es einen faden Beigeschmack, wenn auf die beiden einzigen in der neuen Amtszeit verbreiteten Pressemitteilungen sowie auf öffentliche Aussagen der Abteilungsführung Betroffene wie Ex-Trainer Stephan Ruers oder die Spieler Tom und Ben Spöler sich zu Gegendarstellungen bemüßigt sehen. Spieler sprechen übereinstimmend davon, dass Gespräche oder gar Vertragsangebote von Vereinsseite schlicht nicht stattgefunden hätten. Zugesagte Rückmeldungen seien nicht erfolgt. Zu guter Letzt hat der Verein mit der erstmaligen Absage für den Frank-Thalwitzer-Pokal in Leichlingen vielleicht auf lange Sicht mehr Sympathien bei den eigenen Fans und im Basketballumland verspielt, als man sich heute vorstellt.

Viele Spieler verlassen den Verein. Allein in Mathis Mönninghoff, den Spöler-Zwillingen sowie den US-Amerikanern Hunter Henry und Rodney Foster geht ein Quintett, das zusammen in der Vorsaison im Schnitt 72 Punkte erzielte. Das und die Tatsache, dass Lennard Jördell und zwei weiteren Nachwuchstalente eine Liga tiefer in Grevenbroich bessere Perspektiven sehen, treibt manchem Giants-Fan die Sorgenfalten auf die Stirn — nur zu verständlich. Und wo bis gestern Abend noch kein einziger Neuzugang bekannt ist, vermeldete der TSV im Vorjahr schon am 11. Juli: "Die Kaderplanungen für die Saison sind nun abgeschlossen."

Öffentlichkeitsarbeit ist kein Gefallen, den man den Medien tut. Es ist vor allem ein Service und eine Verbindung für die eigenen Anhänger. Denn diese entscheiden letztlich, ob es ihnen wert erscheint, Eintritt für die Heimspiele in der Smidt-Arena zu bezahlen.

(RP)