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American Football: Amon-Ra St. Brown macht Werbung in eigener Sache

Football : Amon-Ra St. Brown macht Werbung in eigener Sache

Das Football-Talent mit Wurzeln in Hitdorf überzeugt die NFL-Scouts beim Schau-Training seiner Universität in Kalifornien. Nur mit seiner Sprintzeit ist er nicht ganz einverstanden.

Bei den Fachleuten herrschte ungewohnte Einigkeit: Amon-Ra St. Brown gehörte zu den großen Gewinnern beim sogenannten „Pro Day“ seines Collegeteams USC Trojans. Das Football-Talent mit Wurzeln in Leverkusen nutzte die Chance, einen Monat vor dem Draft der Profiliga NFL Werbung in eigener Sache zu machen. Da das zentrale „Scouting Combine“ durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfällt, gelten die Schau-Trainings der Universitäten als wichtige Entscheidungshilfe für die Mannschaften. Und der deutsch-amerikanische Wide Receiver (Passempfänger) lieferte gut ab.

Alle 32 NFL-Teams schickten Scouts nach Los Angeles. Sie kehrten vom „Pro Day“ auf dem Cromwell Field mit der wichtigen Erkenntnis heim, dass Sorgen um die Schnelligkeit des 21-Jährigen unbegründet sind. Beim wichtigen Sprint über 40 Yards (rund 36,6 Meter) verpasste St. Brown zwar die eigene Zielvorgabe (eine Zeit von 4,4 Sekunden) knapp, doch auch seine Ergebnisse von 4,51 und 4,52 Sekunden sind mehr als ordentlich. „Damit muss ich nun leben“, sagte er.

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Dass sich die Zeiten sehen lassen können, zeigt schon der Vergleich zu zwei früheren Trojans, die mittlerweile in der NFL spielen. Denn Browns Ergebnis war besser als die 4,54 Sekunden von Star-Receiver JuJu Smith-Schuster im Jahr 2017 (Pittsburgh Steelers) sowie die 4,53 Sekunden von Michael Pittmann (Indianapolis Colts) 2020 – und lag zudem über dem Durchschnitt für Receiver der vergangenen Jahre (4,53 Sekunden). Aber er war langsamer als sein älterer Bruder Equanimeous (4,48 Sekunden), der für die Green Bay Packers spielt – wohl mit ein Grund, weshalb er sich ein wenig über die Zeit ärgerte.

Hier zeigte sich eine der größten Stärken von Amon-Ra: sein großer Ehrgeiz. „Das verdanke ich der Tatsache, dass ich mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen bin und mich immer besonders anstrengen musste, um besser zu sein als sie“, verriet er dem NFL-Network, das zwei Stunden vom USC-„Pro Day“ sendete. „Ich will den NFL-Teams mitgeben, dass ich einer der ehrgeizigsten, strebsamsten Typen da draußen sein werde. Ich hasse es wirklich, zu verlieren und arbeite hart an mir, um noch besser zu werden“, betonte St. Brown. Zu seinen Stärken zählte er außer Konsequenz und Konstanz auch die nun durch eine Zeit belegte Schnelligkeit.

Neben den Übungen wie Hoch- und Weitsprung aus dem Stand, Bankdrücken oder Pendelläufe, achteten Scouts wie Zuschauer daheim insbesondere auf die Passübungen, bei denen Amon-Ra eine Kostprobe seines Talents gab. Dabei war es sicher kein Nachteil, dass die Bälle von Trojans-Quarterback Kedon Slovis geworfen wurden. „Das war wirklich großartig“, betonte St. Brown.

Eine Einschätzung, die umgekehrt auch viele Beobachter für seine Leistung beim „Pro Day“ wählten.