Handball : Ahlgrimm fordert Geduld

Bei ihrer Heim-Premiere können die Leverkusener Handballerinnen nicht mit einem der Großen der Bundesliga mithalten. Gegen den Thüringer HC unterliegen die Elfen mit 25:30. Angesichts der dünnen Personaldecke schauen sich die Verantwortlichen noch nach neuem Personal um.

Bayers Handballerinnen planen weitere Neuverpflichtungen. Das verriet Trainerin Heike Ahlgrimm am Rande der 25:30-(6:10)-Niederlage gegen den Thüringer HC. "Wir schauen, was in dieser Hinsicht noch geht", betonte die Übungsleiterin der Elfen. Das wollte sie keineswegs als Kritik an den Nachwuchskräften Jennifer Jörgens, Pia Adams und Anna Seidel verstanden wissen. "Sie haben ihre Sache schon ganz ordentlich gemacht. Aber natürlich ist da noch Luft nach oben. Sie weiterzubringen, habe ich mir zur Aufgabe gemacht", sagte "Ahli".

Und so beorderte sie — als alles gelaufen war — das Trio in der Schlussphase gegen den THC komplett aufs Feld, nachdem alle drei zuvor schon Einsatzzeiten erhalten hatten. Jörgens gelang ihr gebührend umjubeltes erstes Bundesligator, erzielt durch einen erfolgreichen Gegenstoß. Anlass zum Handeln gebietet vielmehr die reichlich dünne Personaldecke — ein Resultat des ohnehin schmalen Kaders einerseits und der Verletzungen von Becky van Nijf (Ausfallzeit: sechs Monate), Naiara Egozkue Extremado (vier bis fünf Wochen) und Ruta Latakaite-Willig (vier bis acht Wochen) andererseits. "Wir brauchen ganz einfach Geduld", fordert Ahlgrimm, bezogen auf die Rückkehr der Verletzten, mögliche weitere Zugänge und die Abläufe.

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Gegen Thüringen waren noch einige Abstimmungsprobleme zu beobachten. Im ersten Durchgang funktionierte die aggressive Verteidigung prächtig, garniert von einer herausragenden Leistung von Keeperin Natalie Hagel (neun Paraden, davon ein Siebenmeter). Nur zehn Treffer des THC waren aller Ehren wert. Allerdings schlugen die Elfen selbst aus Paraden, abgefangenen Bällen und forcierten Ballverlusten des Gegners viel zu wenig Kapital. Gleich drei Gegenstöße führten wegen zu hastiger Ausführung zu Ballverlusten. Dazu kamen überhastete, unsaubere Wurfversuche in der Offensive. Diese Unkonzentriertheiten summierten sich zu einem fast 15 Minuten währenden Fehlerspektakel, währenddessen gelang Bayer nicht ein Tor.

Vielleicht wäre das just die Phase für Routinier Latakaite-Willig gewesen, die Ruhe in die Partie hätte bringen können. Obschon Kim Naidzinavicius, die derzeit einzige etatmäßige Spielmacherin, keineswegs enttäuschte. Im Gegenteil: Ahlgrimm wie HCL-Coach Herbert Müller lobten Leverkusens beste Schützin (acht Treffer). Einigkeit bestand auch in der Prognose, wie die Rückraum-Mitte der Nationalmannschaft in den nächsten Jahren aussehen dürfte. Da sieht Ahlgrimm "Rohdiamant" Naidzinavicius dazu in der Lage, im Wechsel mit THC-Ass Kerstin Wohlbold international für Furore zu sorgen.

Am Mittwoch wartet auf die noch punktlosen Elfen die nächste Aufgabe. Es geht in den "Hexenkessel" (Ahlgrimm) von Buxtehude — der Vizemeister ist der dritte Top-Gegner im dritten Saisonspiel, die nächste Etappe eines "wirklich richtig harten Auftakts" (Müller).

(kre)