Handball 27:34 in Krefeld: LTV beruft Krisensitzung ein

Leichlingen · "Arbeitsverweigerung", "Frechheit", "Katastrophe": Die Leichlinger Handballer enttäuschen erneut.

 Seinen Gegnern und Ansprüchen läuft der LTV aktuell weit hinterher: Tim Menzlaff (l.) und Christian Born (2.v.l.) beäugen Krefelds Michael Wittig.

Seinen Gegnern und Ansprüchen läuft der LTV aktuell weit hinterher: Tim Menzlaff (l.) und Christian Born (2.v.l.) beäugen Krefelds Michael Wittig.

Foto: Lammertz

Dem Auftritt wohnten sämtliche Eigenschaften inne, die sich ein Verantwortlicher wünscht, dessen Mannschaft nach verkorkstem Saisonstart mit dem Rücken an der Kellerwand steht: "Sie waren gallig, sie haben den Kampf angenommen und Laufbereitschaft an den Tag gelegt", berichtete Maik Pallach. Das Lob des Spielertrainers hatte aber einen großen Haken aus Sicht seines Leichlinger TV: Es galt der HSG Krefeld. "Sie hat die Reaktion gezeigt, die ich mir von meinen Spielern erhofft hatte", sagte Pallach nach der 27:34-(12:17)-Pleite.

Seine LTV-Handballer setzten bei der neuen Spielgemeinschaft (aus Bayer Uerdingen und DJK Adler Königshof) den zweiten Auswärtsauftritt in den Sand. Beide Teams traten mit dem Vorhaben an, nach zuvor mauen Resultaten zum Befreiungsschlag auszuholen. In die Praxis setzten dies indes nur die Gastgeber um. "Das, was meine Mannschaft gezeigt hat, grenzt an Arbeits- und Einstellungsverweigerung", resümierte der Coach und übte harsche Kritik an seinen vermeintlichen Führungsspielern: "Einige müssen sich fragen, ob sie wirklich noch Lust haben auf Handball. Der Auftritt war eine Frechheit."

Nur 15 Minuten gestalteten die Leichlinger die Partie ausgeglichen (6:6). "Bis dahin war es in Ordnung, aber nicht gut. Schon da war unser Rückzugsverhalten eine Katastrophe", sagte Pallach. Als in der Folge rustikales Einsteigen vermehrt mit Zeitstrafen für die Gäste belegt wurde, nahm die LTV-Niederlage Konturen an, um sich kurz vor der Pause deutlich abzuzeichnen: Statt mit drei Toren Rückstand in die Kabine zu gehen, planierten die Gäste Sekunden vor der Halbzeit mit zwei Fehlern, die zu erfolgreichen Gegenstößen führten, die Gewinnerstraße für die HSG. Auch nach dem Seitenwechsel war von einem Leichlinger Aufbäumen keine Spur. Pallach: "Wir haben weiter nichts auf die Kette bekommen und die Zweikämpfe nicht angenommen."

Welche Gegenmittel nach dem ernüchternden Start verabreicht werden sollen, blieb gestern offen. Zunächst einmal soll eine Krisensitzung einberufen werden. "Vorstand, Manager, Sportlicher Leiter und Trainer werden sich in dieser Woche zusammensetzen und die Lage analysieren", erläuterte Pallach, wohl wissend, dass angesichts der eklatanten Lücke zwischen Anspruch und Realität (1:5 Punkte, 83:92 Tore, Abstiegsplatz) auch seine Arbeit auf den Prüfstand gestellt werden wird: "Wir werden uns anschauen: Liegt es am Trainer oder an den Spielern? Soll vielleicht noch einmal personell nachgelegt werden?".

LTV Aumann, Ferne (21. bis 30. und ab 47.) — Reinarz (12/5), Schneider (3), Born (3), Menzlaff (2), Jansen (2), Kreckler (2), Schumacher (1), Aschenbroich (1), Pallach (1), Jäckel, Munkel.

(RP)