Fußball : 1200 Fans verabschieden Bayers U 23

Im letzten Heimspiel vor der Auflösung besiegt die U 23 Meister Fortuna Köln 3:1. Die Spieler gönnen sich drei Tage Ibiza.

Wohl selten hat es eine Pressekonferenz im Medienbereich der BayArena gegeben wie die am Samstagnachmittag. Drei Protagonisten standen zusammen, wirklich glücklich aber war keiner. Weder Uwe Koschinat, Trainer des neuen Regionalligameisters Fortuna Köln, weil sein Team mit 1:3 (0:0) gegen Bayers U23 verloren hatte und den Titel nur durch Schützenhilfe errungen hatte. "Ich weiß noch gar nicht, ob ich mich freuen soll oder nicht", gab er unumwunden zu. Auch nicht Jürgen Luginger. Der Trainer des Siegers war seinerseits zwar "stolz auf die Leistung der Jungs", für ihn war es aber eben auch das letzte Heimspiel als Bayer-Coach, weil mit der nahenden Abmeldung der U 23 vom Spielbetrieb auch sein Vertrag endet. Der Dritte im Bunde, Bayers Teammanager Dirk Dreher, beendete diesen letzten Medientermin mit Dankesworten an alle Beteiligten. Gut 40 Zuhörer hatten sich noch einmal eingefunden, dem Spiel wohnten gar 1200 Zuschauer bei und sorgten so für eine würdige Kulisse beim Abschied von Bayers Amateurteam.

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Bei den Spielern auf dem Rasen gab es derweil kein klares Stimmungsbild: Die Fortunen wunderten sich immer noch, warum sie gefeiert wurden, schließlich hatten sie ja verloren - den späten Ausgleich von Borussia Mönchengladbachs U 23 gegen Fortunas Verfolger Sportfreunde Lotte, der den Meistertitel bedeutete, konnten sie nur erahnen. Bei den Leverkusenern strahlte dagegen einer über beide Ohren: Aziz Bouhaddouz hatte einer Partie wieder einmal seinen Stempel aufgedrückt. Seine beiden an ihm verwirkten und von ihm verwandelten Strafstöße zum 1:0 (58.) und 2:0 (64.) waren der Lohn für eine starke Leistung und bringen ihm vor der letzten Partie drei Tore Vorsprung in der Torjägerliste ein. Luca Dürholtz erzielte das 3:1 (76.) und konterte damit den Anschlusstreffer des Ex-Leverkuseners Hamdi Dahmani gekontert (69.).

 Ein letzter Gang in die Kabine (v.l.): Athanasios Mentizis, Paul Voß, Mathias Hartwig und Khaled Narey.
Ein letzter Gang in die Kabine (v.l.): Athanasios Mentizis, Paul Voß, Mathias Hartwig und Khaled Narey. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Der zweite Durchgang passte dann auch in Sachen Leistung zu einem würdigen Abschied vom Haberland - ein Abschied, der indes keine Feierlaune hervorrief. Niklas Lomb hatte stark gehalten, wie der auch in der Halbzeit gekommene Nico Perrey verschwand aber auch er schnell in den Katakomben, nachdem das Team sich für die Unterstützung bei der ausnahmsweise einmal gut gefüllten Kurve bedankt hatte und die Verwandtschaft und Bekanntschaft kurz abgeklatscht hatte. "Irgendjemand hatte gemeint, wir müssten doch eine große Verabschiedung machen - aber er konnte mir nicht sagen, wie wir uns selbst alle verabschieden sollen", sagte Dreher, für den nach vielen Jahren mit der U 23 künftig ein anderes Kapitel im Verein beginnen wird. Gestern nun flog die Mannschaft für einen Drei-Tages-Trip nach Ibiza. Luginger betonte mit Nachdruck, "wie sehr jeder einzelne sich das auch verdient hat", und lobte das Kollektiv: "Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den Jungs zu arbeiten und zu sehen, wie sie alles angenommen und umgesetzt haben", sagte er.

(mane)