1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Sport und Diabetes - kein Problem

Leverkusen : Sport und Diabetes - kein Problem

Bayer 04, die pronova BKK, das Klinikum Leverkusen und Bayer Diabetes Care organisierten ein Fußballcamp für Kinder mit Diabetes.

Es war ein Fußballcamp der besonderen Art, dass da am vergangenen Samstag die Fußballschule von Bayer 04 im Jugendleistungszentrum Kurtekotten über die Bühne brachte. In Kooperation mit dem Klinikum Leverkusen, der pronova BKK und Bayer Diabetes Care, konnten rund 40 Kinder mit Typ eins Diabetes aus ganz Deutschland einen Tag lang unter professionellen Bedingungen trainieren. Und alle hatten großen Spaß, der sie ihre Krankheit eine Zeit lang vergessen ließ.

Mitten unter ihnen auch Dima: Der neunjährige Blondschopf ist mit Diabetes aufgewachsen. Seit er drei Jahre alt ist, muss er sich das Insulin, das sein Körper nicht mehr eigenständig herstellt, spritzen. Es sorgt dafür, dass Zucker durch den Körper transportiert und von den Muskeln und Zellen aufgenommen wird - vereinfach gesagt. Und trotzdem spielt Dima seit drei Jahren ganz regelmäßig im Fußballverein. "Für uns war die Diagnose natürlich erstmal ein Schock, weil es das eigene Kind betrifft", sagt Vater Slawa Unruh, "die Umstellung war schon groß."

Auch die Frage, ob Dima überhaupt richtig werde Sport treiben können, trieb den 35-Jährigen damals um. Doch schnell war klar: Sport und Diabetes schließen sich keinesfalls gegenseitig aus. "Ich muss nur vor dem Spielen Kohlehydrate essen, Müsliriegel zum Beispiel", erklärt Dima. Professor Henning Adamek, Direktor der Medizinischen Klinik zwei am Klinikum Leverkusen, erläutert: "Diabetiker müssen ihren Blutzuckerspiegel vor dem Sport einfach um ein Vielfaches erhöhen." Liege der Spiegel im Normalfall bei 120 Milligramm pro Deziliter, müsse ein Kind mit Diabetes so seinen Spiegel auf mindestens 200 Milligramm anheben.

"Es ist auch nicht so, dass die Kinder direkt umfallen, wenn sie einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel haben", betont Rebecca Weber. Die 29-Jährige ist Bundesjugendreferentin des Deutschen Diabetiker- Bundes und selbst zuckerkrank. Laut Weber gibt es frühe und deutliche Anzeichen für eine Unterzuckerung. Dann bliebe immer noch viel Zeit, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Schweißausbrüche, Zittern und ungehaltenes Benehmen seien solche Hinweise. "Am besten ist es, man nimmt dann Kohlenhydrate und Traubenzucker zu sich", sagt Weber. Rund 300 000 Menschen in ganz Deutschland leben mit Typ eins Diabetes - darunter etwa 25 000 Kinder. Und die Zahlen steigen deutlich an. Pro Jahr um drei bis fünf Prozent. "Es gibt eine Zukunftsprognose, nach der in einigen Jahren eines von 800 Kindern Diabetes hat", bemerkt Adamek. Doch trotz ihrer Häufigkeit ist der Grund der Krankheit kaum bekannt. Klar ist nur, dass sich die Fälle der Krankheit bei vorhandener Diabetes innerhalb der Familie erhöhen.

(RP)