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Sport-Charity: Schwitzen für die Leverkusener Flutopfer

Sportliche Charity-Aktion in Leverkusen-Steinbüchel : Schwitzen für die Leverkusener Flutopfer

60 Teilnehmer absolvierten in Steinbüchel eines der härtesten Trainings, die es gibt – für sich und für Hochwasser-Betroffene.

Noch saß Thomas Beckmann recht entspannt auf den Steinen vor dem halb geöffneten Rolltor. Sein Blick ging ins Innere der „Lev Ahletics Box (LAB)“, in der starke Männer und Frauen gerade ihre Übungen absolvierten. Am Sonntag trainierten sie nicht nur für sich selbst und ihre Körper. Sie schwitzten auch für die Opfer der Flutkatastrophe.

Denn jeder der rund 60 Teilnehmer, der sich mit großer Anstrengung durch die harten Übungen quälte, musste vorher Geld an die Bürgerstiftung Leverkusen überwiesen haben. Die Spenden dienen dem Wiederaufbau und gehen an die Betroffenen des Hochwassers. Zehn Euro war der Mindestwert, viele hier aber gaben mehr. Ein Starter zahlte gar 850 Euro ein. „Wir betrachten uns als Teil von Leverkusen“, betonte LAB-Inhaber Max Baltes.

Der aufgeschlossene Student der Sportwissenschaften erzählte, er selbst sei zwar nicht betroffen, ein Teil seiner Kunden aber sehr wohl. Und da die Mitglieder in der LAB zusammenhalten, war die Hilfe eine Ehrensache. So jedenfalls formuliert es Thomas Beckmann. „Viele hier haben anderen geholfen“, berichtete er. „Als die Idee geboren wurde, war klar, dass wir mitmachen.“ Der 52-Jährige trainiert seit 2015 in der Lagerhalle im Gewerbegebiet Steinbüchel, aus der ein feines Fitnessstudio geworden ist. Seither hat ihn das Fieber voll erwischt. Er erzählte: „So lange ich das gesundheitlich schaffe, will ich nichts anderes mehr machen.“

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Wenngleich: Vor dem Training am Sonntag hatte er Respekt. Durchgehend 20 Minuten absolvieren die Sportler fünf Klimmzüge, zehn Liegestützen und 15 Kniebeugen. Das schlaucht, und es ist eines der härtesten Trainings, die es gibt. Eine zweite Runde im Anschluss traut sich keiner, sagte Baltes und grinste: „Auf keinen Fall macht das jemand freiwillig.“

Sein Fitnessstudio, das er vor einigen Monaten allein übernahm, soll sich von bekannten Studios abgrenzen. Es geht nicht um den puren Aufbau von Muskeln, sondern um ein hohes Fitnesslevel und das Wohlbefinden im Alltag. „Wir haben hier keine Spiegel. Hier geht es nicht um die Optik“, bekräftigte der 29-Jährige. Trainingsstunden gibt es zudem nur in Kleingruppen und immer unter Anweisungen von einem der drei fachkundigen Trainer.

So wuchs das Steinbücheler Studio nach und nach, wurde immer beliebter. Derzeit zählt die LAB etwa 130 Sportler.