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Leverkusen: Spielplätze: Stadt siebt die Tretminen aus

Leverkusen : Spielplätze: Stadt siebt die Tretminen aus

Eine Spezialfirma aus Bergisch Gladbach durchkämmt derzeit den Sand der Spielplätze in der Stadt.

Auf Leverkusener Spielplätzen wird seit vergangener Woche der Sand gesiebt. Eine Spezialfirma aus Bergisch Gladbach hat den Auftrag, zwölf Anlagen zu reinigen, die es besonders nötig haben. Sechs sind schon abgearbeitet, gestern wurde die im Aquilapark gearbeitet. Insgesamt hat die Stadt 153 Spielplätze, die gewartet und periodisch gesäubert werden. Eine Kolonne mit vier Personen hat der Fachbereich Stadtgrün eigens dafür abgestellt, berichtet Leiter Lothar Schmitz. Das Team hat gut zu tun, besonders im Sommer, wenn das Grün ringsum im Zaum gehalten werden muss. Zeit für Sandreinigung bleibt da höchstens im Winter.

Deswegen wurde der Auftrag zum Sandsieben jetzt erstmals an Profis vergeben, die mit Geräteeinsatz etwa 100 Quadratmeter pro Stunde schaffen und außerdem noch gründlicher arbeiten können als die eigenen Leute. Bis 35 Zentimeter Tiefe reinigt die selbst entwickelte Maschine der Firma "Spielplatzpflege Dahm", die eigene Maschine von Stadtgrün schafft nur 15 Zentimeter. Die Bergisch Gladbacher Firma, die bundesweit tätig ist, hatte das beste Angebot abgegeben. In Deutschland hat sie nur fünf bis sechs Konkurrenten. Nächstes Jahr sollen weitere Spielplätze durchgesiebt werden.

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Es sei eine "kostensenkende Maßnahme", sagt Ulrich Hammer, der im Fachbereich Stadtgrün für die Unterhaltung verantwortlich ist. Denn die Reinigung durch eine Fremdfirma sei wesentlich günstiger als der Austausch des kompletten Sandes, der in einigen Fällen aber trotzdem notwendig ist. Alleine in 2016 war das schon bei elf Plätzen der Fall. Reinigen koste nur ein Viertel bis ein Sechstel gegenüber Austausch. Während Dahm zwei Euro pro Quadratmeter in Rechnung stellt, müsse für einen Austausch zwischen 7,50 und zwölf Euro gezahlt werden. Wenn Marcus Lichtenberg das Sieb der Spezialmaschine herauszieht, fördert er nicht nur Steine, Blätter und Stöckchen zutage. "Im Sand findet sich grundsätzlich alles, was Kinder so in den Taschen haben", sagt er. Hausschlüssel und Schmuck bleiben in der Maschine hängen, außerdem Bargeld. Münzen stecken vor allem unter sogenannten Affenschaukeln im Sand, weil es dort bei der Schaukelbewegung aus den Taschen rutscht. Unter den Geräten wird, genauso wie an den Rändern ohnehin von Hand gearbeitet.

Bevor gestern die Maschine zum Einsatz kam, haben Lichtenberg und sein Kollege die schon grün bewachsenen Ränder freigelegt und die gröbsten Teile mit dem Handsieb abgegriffen. Als Vertriebsleiter der Firma Dahm hat Marcus Lichtenberg auch schon so manchen größeren Fund gemacht. Fahrräder hat er mehrfach ausgegraben, einmal sogar einen Kühlschrank, den irgendjemand unter Spielsand verbuddelt hatte. Einmal fand er eine Geldkassette mit Schlüsseln, zwischengelagertes Diebesgut eines Spielhallen-Einbruchs. Der Besitzer war überglücklich und zahlte einen ordentlichen Finderlohn.

(mkl)