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Spenden für die Frühchenstation des Leverkusener Klinikums

Klinikum : Rückzugsort für Frühchen-Eltern

„Frühchen Leverkusen“ zahlt neuen Elternraum, Bürgerstiftung Wärmelampen.

(RP) Als die Zwillinge von Sven Ahrndt, 2. Vorsitzender des Fördervereins, viel zu früh und zu leicht zur Welt kamen, gab es zwar auf der Frühgeborenenintensivstation des Klinikums schon einen Aufenthaltsraum für Eltern. Die Einrichtung war aber schon in die Jahre gekommen und von Gemütlichkeit fehlte jede Spur. Auch zwei Jahre später, als die Frau von Patrick Maaß, dem 1. Vereinsvorsitzenden, im Klinikum ebenfalls zu früh Zwillinge zur Welt brachte, hatte sich am Ambiente des Elternraumes nichts getan. Seit diesem Jahr ist es dank der Initiative vieler engagierter Eltern, Stationsmitarbeiter und weiteren Unterstützern anders. „Es ist jetzt ein Ort zum Durchatmen, Erholen und Austauschen“, sagt Patrick Maaß.

Frühchen zu bekommen ist eine Situation, auf die sich die Eltern nicht vorbereiten können. Auf einmal ist das Kind da  und braucht viel Unterstützung. Neben der medizinischen Betreuung durch die speziell ausgebildeten Ärzte und Pflegekräfte der neonatologischen Intensivstation ist auch die Anwesenheit der Eltern, der Körperkontakt wichtig. Etwa beim sogenannten Känguruhen, wenn das Neugeborene Haut an Haut auf Mamas oder Papas Brust ruht.

Gemeinsam mit anderen Frühcheneltern, Ärzten und Krankenschwestern der Station gründete Patrick Maaß Ende 2015 den Förderverein Frühchen Leverkusen.  Der hilft, die Versorgung von Frühgeborenen und deren Eltern auf der Station zu verbessern. Klinikdirektor Joachim Eichhorn weiß, „wie wichtig es ist, eine Elterninitiative, einen aktiven Förderverein zu haben, der hilft, die Station an manchen Stellen schöner und menschlicher zu machen“. Bei dem hohen Technisierungsgrad einer Neugeborenenintensivstation ist der Bedarf aus Sicht der Eltern oft ein anderer als aus der Perspektive der Ärzte und Pflegekräfte. „Für uns zählt die Funktion eines Hilftsmittels, wie etwa die grünen Abdecktücher der Inkubatoren, die die Neugeborenen vor zu hellem Licht schützen sollen“, sagt der Mediziner. „Dass sie von den Eltern mit einem gewissen Unbehagen wahrgenommen wurden, kam uns gar nicht in den Sinn. Nun sind die Abdeckhauben dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins fröhlich und farbenfroh und weniger beunruhigend. Außerdem dämpfen sie laute Umgebungsgeräusche.“

Der renovierte und neu eingerichtete Elternaufenthaltsraum mit entspannenden Farben, gemütlichen Sofas, einem Esstisch und viel Lesestoff bietet den Eltern eine Rückzugsoase. Um mehr Eltern gleichzeitig die Möglichkeit zum Känguruhen zu geben, wurden mit Hilfe des Fördervereins und der Bürgerstiftung zwei mobile Wärmelampen angeschafft, damit Babys Rückseite  warm bleibt, wenn es nackt auf der Brust von Mama oder Papa liegt.

(bu)