Leverkusen: Spektakulärer "Heimkehrer": Bayer-Luftschiff wieder am Kurtekotten

Leverkusen : Spektakulärer "Heimkehrer": Bayer-Luftschiff wieder am Kurtekotten

Nach einem Jahr Welttournee ist der "Himmlische Botschafter" in seinem neuen Zuhause angekommen: Beim Luftsportclub (LSC) Bayer Leverkusen auf dem Flugplatz Kurtekotten.

Der schwergewichtige blau-grüne Neuzugang des Luftsportlubs (LSC) Bayer Leverkusen war schon überall auf der Welt. In Sydney, Tokio und Johannesburg warb das Luftschiff für den Bayer-Konzern und stand im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen.

Nach einem Jahr Welttournee ist der "Himmlische Botschafter", wie Sonja Diewerge, Leiterin des Luftschiff-Projekts und Pressereferentin der Bayer-Stiftungen, "ihr Riesenbaby" nennt, nun endlich in seinem neuen Zuhause angekommen: Beim Luftsportclub (LSC) Bayer Leverkusen auf dem Flugplatz Kurtekotten. Viel Zeit zum Nichtstun bleibt dem Koloss mit 3000 Kubikmeter Volumen, dessen Äußeres mit 1300 laufenden Metern Stoff umhüllt wurde, nicht. Seit Montag lassen sich vier LSC- Piloten mit Ballonfahrer-Lizenz in Sonthofen (Allgäu) durch Welttour-Pilot Haimo Wendelstein fortbilden. Er selbst hat bereits 1348 Stunden als Luftschiffer hinter sich. Bis das Team am Donnerstag zurück erwartet wird, muss es sich unter anderem mit Technik, Gondel, Fahrwerk, Motor und Brenner sowie Details zum Aufbau der Hülle auseinander setzen. Der Ausbilder sitzt auf seinem Pilotenplatz, der Schüler neben ihm lernt unter anderem Figuren zu fahren und zielgenau zu landen. Hinter allem steht die Grundidee des Unternehmens, dass das Luftschiff künftig durch erfahrene Vereinspiloten gesteuert wird, also auch nach dem Jubiläum weiterhin für gutes Bayer-Image sorgen soll.

Nur die Ziffer "150" wurde zwischenzeitlich entfernt, alles andere ist geblieben. Ursprünglich sah der Plan von Sonja Diewerge so aus, dass das Luftschiff schon im Januar zurück auf deutschem Boden sein sollte. Doch nach seiner letzten Fahrt musste es am Zoll in Sao Paulo (Brasilien) einige Tage auf die Freigabe warten, weil Blumen wichtiger waren.

Ohnehin wollte man im Vorjahr ursprünglich mit einem Heißluftballon auf Tournee gehen. Davon hatte LSC-Geschäftsführer Herbert Isbanner dringend abgeraten. Zumal sich ein Heißluftballon nicht steuern lässt, sondern extrem von Wind und Wetter abhängig ist. Da ist ein "Heißluft-Luftschiff", so die genaue Bezeichnung, das die Luft mit 40 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit durchpflügt, schon geeigneter. "Der Radius ist auch damit begrenzt", sagte Isbanner.

Maximal vier Gasflaschen passen zum Pilot und drei Passagiere in die etwa vier Meter lange, zwei Meter hohe und 1,80 Meter breite Gondel, in der man auf Plätzen mit Sicherheitsgurten sitzt. Vorangetrieben wird das Luftschiff durch Heckmotor mit Propeller, die horizontale Steuerung erfolgt durch ein Leitwerk. Auftrieb erhält es — tatsächlich wie bei einem klassischen Heißluftballon — durch erhitzte Luft. Und zwar so lange, bis alle Gasflaschen leer sind.

Erstmal ist Sonja Diewerge jetzt froh, dass das Luftschiff "heil zurück ist und überall in der Welt großen Erfolg hatte."

(RP)
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