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Leverkusen: SPD will die "Kümmerer-Partei" sein

Leverkusen : SPD will die "Kümmerer-Partei" sein

24,6 Prozent. Mit diesem Ergebnis landete die Leverkusener SPD vor fünf Jahren acht Prozent hinter der CDU und in der Opposition eines Stadtrats, der seither von einem CDU-Oberbürgermeister geführt wird.

Wenn in knapp zwei Monaten die nächste Kommunalwahl ansteht, wollen die Sozialdemokraten die Verhältnisse zu ihren Gunsten drehen. Peter Ippolito kündigt an, künftig der Chef der größten Fraktion im Stadtrat sein zu wollen. Vorsitzende Eva Lux liebäugelt mit einem Ergebnis, "das einem Signal für das Ende der Ära Buchhorn" gleichkommt. Sprich: Der Urnengang soll den Anfang vom Ende der Amtszeit des Oberbürgermeisters einläuten, der bis 2015 gewählt wurde.

Ob sich die Hoffnungen der Genossen erfüllen, lässt sich am frühen Abend des 25. Mai absehen. Nach eigener Anschauung stehen die Zeichen naturgemäß gut. Gerade haben sie ihr Programm für die Wahl verabschiedet. Einstimmig. Gut 20 Seiten mit elf Kapiteln umfasst es und soll den großen Wurf befeuern, die Opposition zu verlassen. Die SPD hofft auf Stimmen der Leverkusener, weil diese sich darin wiederfinden. Teils wortwörtlich.

Sieben Wochen konnten Bürger sich zu Wort melden: 1800 Rückmeldungen gab es. "Darunter waren viele konkrete Anregungen für die Bezirke", berichtet Ippolito. Eine Erkenntnis, die die Politiker daraus gewannen: "Viele halten ihre eigene Stadt nicht für sauber", berichtet der Fraktionschef. Der Fokus der meisten Eingaben habe sich auf die Verhältnisse im eigenen Stadtteil bezogen. Dort wollen die Genossen einhaken, eine Politik machen, die vor der Haustüre der Bürger ansetzt, aber einen ganzheitlichen Gedanken verfolgt. Mit dem Slogan "Gemeinsam für Leverkusen" soll geworben werden. "Wir sind die Kümmerer-Partei", sagt Ratsherr Uwe Richrath. Lux ergänzt: "Wir benötigen ganzheitliche Konzepte, die die verschiedenen Lebensbereiche miteinander verbinden." Ob Bildung, Gesundheit, Wohnen, Verkehr oder Nahversorgung — die Wechselwirkungen müssten ins politische Denken einbezogen werden. Den Verkauf von kommunalen Betrieben schließt die SPD aus. Insbesondere über die städtische Wohnungsgesellschaft könne "in den Quartieren stadtpolitisch Einfluss genommen werden", sagt Richrath.

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Das Handeln bei der SPD soll auf jüngere Schultern verteilt werden. Andrea Lunau und Sven Tahiri stammen aus der nächsten Genossen-Generation, die neue Denkanstöße liefern soll. Ein solcher sei die Bürgeranhörung gewesen: "Das war eine ,junge Idee'", sagt das Duo — und hofft, dass ihre Partei nach der Wahl nicht so alt aussieht wie 2009.

(zill)