SPD-Vorsitz: Leverkusener Abgeordneter Karl Lauterbach auf Werbetour

„Wadenwahlkampf“ : SPD-Vorsitz: Lauterbach auf Werbetour

Frau-Mann-Gespann an der Spitze, das soll die Lösung sein für die Bundes-SPD aus der Krise. Und während Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Dienstag erst seine Partnerin für die Kandidatur zum Parteivorsitz bekannt gab, sind Karl Lauterbach und Nina Scheer längst mitten im „Wadenwahlkampf“, wie er es selbst gerne nennt.

Jetzt meldet der Bundestagsabgeordnete für Leverkusen dies: „Mit Leverkusen, Essen und Düren aus NRW, sowie Stormarn, Segeberg und Herzogtum Lauenburg aus Schleswig-Holstein, unterstützen jetzt bereits sechs Unterbezirke die Kandidatur von Nina Scheer und Karl Lauterbach zum SPD-Parteivorsitz.“ Das seien schon jetzt mehr Unterbezirke als vom Parteivorstand für die Einreichung der Kandidatur gefordert. Darunter sehr große Unterbezirke wie Essen und Düren nahe Aachen – aus der Gegend stammt Karl Lauterbach.

Und die Werbe-Tour durch Deutschland sei noch lange nicht vorbei. Bis zum 1. September wollen beide so viele Unterbezirke wie möglich „von ihrer sozial-ökologischen Vision für die SPD überzeugen“. Geplant sind auch Termine im Saarland und in Hessen. „Die Gespräche mit den Mitgliedern in den Unterbezirken haben gezeigt, dass ein klares Signal in Richtung eines linken Angebots auf breite Zustimmung stößt. Auch die Bereitschaft, die Große Koalition fortzusetzen, scheint in der Mitgliedschaft sehr begrenzt zu sein“, ordnet Lauterbach ein. „Dass uns nun aus unterschiedlichen Regionen bereits sechs Unterbezirke bzw. Kreisverbände nominiert haben und weitere Unterstützung auch aus anderen Landesverbänden angekündigt wurde, ist eine bestärkende Grundlage für die anstehende Kandidatur“, ergänzt Scheer. Der Mediziner hatte im RP-Gespräch vor ein paar Wochen betont: „Das Amt ist für mich interessant, weil ich auf diese Weise mehr Einfluss auf die Umwelt- und Gesundheitspolitik nehmen kann.“ Er nannte die Debatten um Glyphosat und Bayer-Tochter Monsanto und die Diskussion um die Folgen des Feinstaubs als Beispiele. „Wir müssen Umweltaspekte, Gesundheit und Soziales zusammendenken. Je mehr Einfluss ich habe, desto mehr kann ich für meinen Wahlkreis bewegen – ich mache das auch für Leverkusen.“ Scheer und Lauterbach plädieren unter anderem für den Austritt aus der Großen Koalition.

Das Duo Lauterbach/Scheer muss sich innerhalb der SPD gegen ein mittlerweile doch recht breites Mitbewerberfeld durchsetzen, unter anderem tritt auch das Duo Gesine Schwan und Ralf Stegner an. Kandidaten für die Nachfolge von Andrea Nahles haben noch bis zum 1. September Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Der Vorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden.

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