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Leverkusen: SPD kämpft um die mobile Müllstation

Leverkusen : SPD kämpft um die mobile Müllstation

Wenn die mobile Müllentsorgungsstation in Witzhelden abgeschafft wird, müssen die Anwohner den langen Weg nach Leichlingen-Bremsen fahren. Als Alternative verweist die Bürgerliste auf den Wertstoffhof in Burscheid-Hilgen.

Marcel Plattner wohnt in Unterbüscherhof. Heute ist er kurz am Witzheldener Sportplatz zu finden. Er entsorgt hier ein kleines Schränkchen an der mobilen Müllentsorgung. Er ist einer von vielen, die ihren Müll hier in die Container werfen. Innerhalb von 20 Minuten kommen rund 30 Personen, die Tische, Stühle oder anderen Müll abgeben. Ganz schön viel Betrieb. Wenn es allerdings nach der Bürgerliste (BWL) geht, soll diese mobile Abfallentsorgung aus Kostengründen abgeschafft werden. "Das wäre schon schade", erklärt Marcel Plattner, der es ähnlich wie Christian Pauli sieht.

Beide wohnen zwischen Witzhelden und Leichlingen und benutzen öfter den einmal wöchentlich angebotenen mobilen Entsorgungsservice. Ohne dieses Angebot müssten sie derzeit jedes Mal nach Leichlingen fahren, um ihren Müll abzuladen. Deshalb will die SPD Leichlingen den Bürgern etwas auf den Zahn fühlen und ist direkt am Standort vertreten. Die Genossen befragen nicht nur, sie positionieren sich klar und lehnen die Abschaffung der Entsorgungsstation ab. Es gehe nicht immer nur ums Geld, erklärt SPD-Ratsmitglied Manfred Aust, der sich in seiner Partei hauptsächlich um die Belange der Witzheldener Bürger kümmern will. Diese müssten gegebenenfalls samstags zu verkürzten Öffnungszeiten zwischen 9 und 12 Uhr rund 25 Kilometer mit dem beladenen PKW fahren und würden in Leichlingen wegen Überfüllung für Chaos und zusätzlich verlängerte Abfertigungszeiten sorgen. Heißt für die SPD im Klartext: Die kurzfristige Entlastung, die bei der Stadtkasse in Folge der Schließung zu sehen sei, würde durch die ökologischen Folgen bei den alternativen Fahrten nach Leichlingen aufgehoben. Stau und lange Wartezeiten am Standort Leichlingen-Bremsen würden zusätzlich viele Bürger verärgern.

Rund 200 Personen beteiligen sich am Samstag in den vier Stunden, in denen die SPD vor Ort ist, an der Unterschriftenaktion. "Ich hätte nicht gedacht, dass kurz vor Weihnachten so viel Andrang herrscht", sagt Aust Er wisse, dass im Frühjahr und Herbst entschieden mehr los sei, wenn viele Witzheldener, die fast alle einen Garten hätten, ihren Grünschnitt vorbeibrächten. Der SPD-Ratsherr fühlt sich bestätigt.

Ein Bürger möchte zunächst keine Unterschrift auf die SPD-Liste setzen. Er könne verstehen, dass einige Anwohner sich jedes Mal gestört fühlen, wenn samstags den ganzen Tag die Autos durch die Straßen fahren, die ihren Müll abladen. Deshalb würde er es begrüßen, wenn der Vorschlag umgesetzt werden könnte, dass die Hilgener in Zukunft den Wertstoffhof in der Nähe zwischen Burscheid und Wermelskirchen anfahren könnten und die Witzheldener ebenfalls ihren Müll an die Station nach Hilgen bringen könnten. Doch am Ende unterschreibt auch er.

(RP)