SPD in Leverkusen: Lauterbach und Richrath als Solisten

Leverkusener SPD in der Krise : Entrückt – Lauterbach und Richrath als Solisten

(bu) Kann die SPD noch Wahlen gewinnen? Bundes- oder landespolitisch ist selbst den Genossen der Glaube daran abhanden gekommen. Und das ist realistisch. Doch in Leverkusen ticken die Uhren anders. Dort haben sowohl der Oberbürgermeister als auch der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete ein rotes Parteibuch.

Und es weist derzeit wenig daraufhin, dass sich bei den kommenden Wahlen daran etwas ändert. Sowohl Uwe Richrath als auch Karl Lauterbach wollen antreten und sind derzeit klar in der Favoritenrolle. Das hat Gründe.

Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach. Foto: dpa/Wolfgang Kumm

Beide SPD-Politiker treten als „Solokünstler“ auf. Jeder von ihnen kommt beim Wähler auf seine Weise als Person rüber, der talkshowerfahrene Medizinprofessor ebenso wie der smarte, einfühlsame Rheindorfer. Beide können, ja müssen auch ohne SPD. Gegen Bundestreands scheinen beide mehr oder weniger immun zu sein. In den schlammigen Grabenkämpfen der Leverkusener Genossen mitzuwühlen, ein Machtwort zu sprechen und andere Führungsfiguren in die Schranken zu weisen, könnte ihnen nur schaden.Der zweite Grund ist die Schwäche anderer Parteien, allen voran der CDU. Starke Gegenkandidaten? Fehlanzeige. Bei der OB-Wahl setzt die CDU auf ihren Vorsitzenden Frank Schönberger, der in den eigenen Reihen umstritten ist. Auch die derzeit erfolgsverwöhnten Grünen können Richrath nicht gefährden. Für die Bundestagswahl ist für den gemeinsamen Wahlkreis mit Köln-Mülheim kein annehmbarer Konkurrent für Lauterbach in Sicht.  Die Solo-Konzerte von Lauterbach und Richrath dürften also ungestört weitergehen.