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Leverkusen: Sparkasse wandelt sechs Filialen in SB-Center um

Leverkusen : Sparkasse wandelt sechs Filialen in SB-Center um

Am Wiesdorfer Platz, in der Waldsiedlung, in Manfort, Alkenrath, Steinbüchel und Rheindorf-Nord werden künftig keine Sparkassenmitarbeiter mehr vor Ort sein, sondern nur noch Automaten. Die Mitarbeiter wechseln in andere Filialen.

Die Sparkasse wird sechs ihrer Filialen in Leverkusen schließen. Die Standorte bleiben jedoch als so genannte Selbstbedienungs-Filialen erhalten. Die rund 30 Mitarbeiter, die in den sechs Filialen arbeiten, werden in nahe gelegene Geschäftsstellen wechseln. "Damit reagieren wir auf das veränderte Kundenverhalten", erklärt Vorstandsmitglied Markus Grawe. Durch die Digitalisierung erledigten viele der etwa 100.000 Privatkunden ihre Bankgeschäfte online. "Im Durchschnitt kommt jeder nur noch einmal im Jahr in eine Filiale." Daher wolle man das Personal aus den Geschäftsstellen am Wiesdorfer Platz, in der Waldsiedlung, in Manfort, Alkenrath, Steinbüchel und Rheindorf-Nord abziehen.

Die Mitarbeiter (etwa 100 arbeiten im Privatkundengeschäft) wurden gestern Abend ab 19 Uhr in der Sparkassen-Zentrale informiert. Zuvor hatte der Verwaltungsrat das Vorhaben einstimmig gebilligt. "Wir wissen, dass sich nicht jeder Kunde darüber freuen wird", sagt Vorstandsvorsitzender Rainer Schwarz. Insbesondere viele ältere Kunden würden lieber mit einem Bankmitarbeiter sprechen, anstatt Automaten oder einen Computer zu nutzen. "Wenn es für sie schwierig sein sollte, eine der anderen personenbesetzten Filialen zu erreichen, kommen wir auf Wunsch auch kostenlos mit Laptop und Koffer zu ihnen nach Hause."

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Deshalb halte man es für vertretbar, künftig nur noch mit zehn statt 16 personenbesetzten Filialen im Stadtgebiet vertreten zu sein. Die Zahl der Selbstbedienungsfilialen (ausgestattet mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und Überweisungsterminal) steige dadurch von fünf auf elf.

Ziel der Sparkasse sei es, den Marktanteil von 60 Prozent im Privatkundengeschäft in Leverkusen auszubauen. Zu diesem Zweck wolle man das Beratungsangebot erhöhen und die Mitarbeiter entsprechend fortbilden, sagt Grawe. Dazu gehörten insbesondere Beratungen zu Geldanlagen und Wertpapiergeschäften, Krediten, Altersvorsorge und Versicherungen. Bereiche, mit denen Banken heutzutage noch Geld verdienen können. "Wir sind nicht glücklich über die Null-Zins-Politik", sagt Grawe. Der Ausbau der Beratungen diene der Zukunftssicherung.

Gleichzeitig wolle man die verbleibenden personenbesetzten Filialen in den nächsten Jahren modernisieren. "Sie sollen dann so ähnlich aussehen wie unsere großen Geschäftsstellen in Wiesdorf, Schlebusch und Opladen." Der Zeitplan für die Sanierungen stehe noch nicht fest.

"Das alles ist kein Kostensenkungsprogramm, sondern ein Anpassen an das Kundenverhalten", versichert Grawe. Die Fortbildung der Mitarbeiter und die Modernisierungen der Filialen kosteten Geld, gleichzeitig spare man durch wegfallende Geschäftsräume an den sechs umgewandelten Filialen (fünf davon seien eigene Immobilien der Sparkasse) Kosten. "Wir wollen die Räume dann vermieten."

Die Umwandlung der ersten drei Standorte (Wiesdorfer Platz, Manfort und Steinbüchel) soll zum 16. März erfolgen, die der übrigen drei zum 15. Juli. "Wir werden dann auch die Öffnungszeiten vereinheitlichen." Bislang seien sie sehr unterschiedlich. Die Foyers der Selbstbedienungs-Standorte seien von 0 bis 5.30 Uhr geschlossen.

(sug)