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Song-Allrounder Jay Ottaway begeistert im Topos Leverkusen

Leverkusen dreht wieder auf : Song-Allrounder Jay Ottaway begeistert im Topos

Mit seinen „Lost Boys“ und anderen Partnern unterhielt der Musiker mit Blues und Rock von der amerikanischen Westküste. Ottaway erzählt in seinen Songs von Liebe, Hoffnung, Schmerz, Verlust und der Freude am Leben.

Hinter der Theke strahlte Ingrid Orth. „Ich bin froh, dass endlich wieder etwas los ist“, sagte die Wirtin des Topos. Es war wirklich viel los in der Jazzkneipe an der Hauptstraße in Wiesdorf. Zum dritten Topos-Konzert in Folge waren zwar nur 25 Gäste zugelassen. Aber vor der Tür waren alle Tische voll besetzt und boten genügend Raum für weitere Zuhörer. Der Eintritt war frei, stattdessen wurde Geld für die Künstler im Hut gesammelt.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt nochmal im Topos spielen würde“, sagte Guido Lehmann vor dem Auftritt mit Hinblick auf die Topos- und die Corona-Krise. Der exzellente Country-Rock-Gitarrist und Lap-Steel-Spieler stand mit „Jay Ottaway & The Lost Boys“ auf der kleinen Bühne, um Blues und Rock von der amerikanischen Westküste zu präsentieren. Wie der Bandgründer, preisgekrönte Singer-Songwriter und Produzent Jay Ottaway ist auch Lehmann als Komponist, Texter und Sänger aktiv und mit seiner Band „Hillbilly Deluxe“ europaweit auf Tour. „Schön, dass es hier noch einige Jahre weitergeht“, sagt Jay Ottaway bei seinem ersten Auftritt im Topos seit zwei Jahren.

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Normalerweise lebt Ottaway in Boston. Seit inzwischen 20 Jahren kommt der Allrounder zur jährlichen Frühjahrs- und Herbsttour nach Deutschland und gehört seither auch zu den Stammgästen im Topos. Unter anderem deshalb, weil der Leverkusener Bassist Henrik Herzmann mit in dieser Band spielt, außerdem bei Hövelmann & The Random Players und bei Peter Lorenz. Das galt bis vor kurzem auch für Drummer Toby Sauter, den neuen Vereinsvorsitzenden von Jazz-Lev, der jetzt wegen zu vieler anderer Verpflichtungen aussteigen musste. Seinen Part übernahm Wolfgang Stölzle. Vor der Pause setzte sich schließlich noch Gastmusiker Christopher Town ans Piano. Eigentlich begleitet der Mann aus Eckernförde den amerikanischen Musiker schon seit 2011 in verschiedenen Formationen. In letzter Zeit aber eher selten, weil er mit seiner Familie in Mailand lebt. Die Premieren-Einladung ins Topos ergab sich, weil Town auf Verwandtenbesuch in Düsseldorf war.

Ottaway erzählt in seinen Songs von Liebe, Hoffnung, Schmerz, Verlust und der Freude am Leben. Aktuell arbeitet der Tonkünstler an einer neuen CD, die bis Weihnachten fertig werden soll. Vorab hatte Ottaway viele neue Songs im Gepäck mit nach Leverkusen mitgebracht. Dazu zählte „World On Fire“, der einen frühen wütenden Bob Dylan beschwört und einen nie sanftmütigen Neil Young, während er das erschreckende Leben im Corona-Jahr 2020 widerspiegelt.

Viel Applaus erntete der Amerikaner zudem für diverse Cover-Songs, beispielsweise „Cant find my way home“ einschließlich faszinierender Instrumentalmusik von Steven Winwood. In seinen Liedern, die ihm bereits mehrere Auszeichnungen einbrachten, lässt sich Ottaways Bewunderung für weitere Stars wie Bob Dylan, Neil Young oder Eric Clapton nicht verbergen. Bei Ottaway klingen diese Melodien vertraut und dennoch neu. Vom deutschen Rockradio wurde er als „einer der innovativsten Künstler unserer Zeit“ bezeichnet. Wohl auch deshalb, weil er sich nicht nur auf ein Genre festlegt.