Leverkusen: Sondieren bis in zwölf Meter Tiefe

Leverkusen: Sondieren bis in zwölf Meter Tiefe

Noch bis Juli laufen Kampfmittelbohrungen in der Dhünnaue unter der A 1/A 59.

Seit einer Woche entstehen auf dem Areal in der Dhünnaue unterhalb der Autobahnen A 1 und A 59 im Zusammenhang mit dem Neubau der Rheinbrücke viele kleine, tiefe Löcher. Und das mit ziemlichem Aufwand: "Der Bereich, in dem die Bohrungen stattfinden, ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Müllkippe angelegt worden", sagt Timo Stoppacher vom Landesbetrieb Straßen.NRW. "Es kann also gut sein, dass dort noch Kampfmittel im Boden liegen, auf dem dann der Müll geschichtet wurde. Das muss kontrolliert werden."

Ingrid Obernosterer, Fachgutachterin Altlast vom Geotechnischen Büro Düllman, hat für die Sondierungen Vorarbeit geleistet, Aufnahmen und Unterlagen ausgewertet und berichtet laut Stoppacher nun auch täglich darüber, wie weit die Arbeiten gediehen sind. Diese sind nötig, weil in dem Bereich Brückenbauwerke der Rampen im Autobahnkreuz Leverkusen-West gebaut werden sollen.

Gebohrt werden muss durch eine Müllschicht von teils rund acht Metern, dann weiter in den Boden - insgesamt kommen so bis zu zwölf Meter Bohrtiefe heraus. Und dass in einem Abstand von weit weniger als einem Meter. "Vorgenommen werden derzeit sogenannte Kontaktbohrungen", erläutert der Straßen NRW-Sprecher. Stoße die Bohrnadel auf einen metallischen Gegenstand, breche sie ab. "Dann muss genauer nachgesehen werden, was da los ist." In die Bohrlöcher werden Plastikrohre gesteckt, damit die Löcher nicht wieder zufallen und man bei Bedarf dort eben eine Sonde einführen kann.

Aber: Ein Fund aus dem Zweiten Weltkrieg muss das noch lange nicht sein, wenn Bohrnadel und Metall sich treffen. Denn gerade im abgelagerten Müll können sich noch Metalllegierungen finden, auf die der Bohrer stößt. "Das führt natürlich zu einer erhöhten Fehlerquote beim Bohren", merkt Stoppacher an, "und aus diesem Grund dauern die Arbeiten in der Altlast Dhünnaue auch länger als bei völlig unbelastetem Boden."

Zumal: Die Mitarbeiter des Bohrtrupps arbeiten eben wegen der Altlast aus der ehemaligen Mülldeponie unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen. Eine komplette Schutzeinhausung gegen Giftstaub wie bei den Arbeiten fürs neue Regenrückhaltebecken Anfang des Jahres brauche es wegen der relativ kleinen Bohrlöcher zwar nicht. Aber die Mitarbeiter tragen Schutzanzüge. "Das wenige Material, was zum Vorschein kommt, wird in dichte Container verpackt und abtransportiert", betont Timo Stoppacher.

Die Kampfmittelbohrungen sollen unter dem Rampenbauwerk A 1/ A 59 nach bisheriger Planung noch bis Anfang Juli laufen.

(RP)