Sohn von Grateful Dead-Bassist spielt in Leverkusen

Konzert in Opladen : Lieblingsband aus USA spielt live im „Eagle“

Die Leverkusenerin Sarah Ehrke holte den Sohn von „Greatful Dead“-Bassist Phil Lesh und seine Band zum Konzert nach Opladen.  

Alle Aufregung und aller Stress ist mit einem Mal vergessen. Wie verzaubert und sichtlich gerührt steht Sarah Ehrke in der Opladener Gaststätte „Eagle“ und singt mit. Denn „Jesse Bardwell & The Free Union“ geben gerade eine spezielle Akustikversion von „Lucky One“ zum Besten. Und wie ein Glückspilz  – so lässt sich der Songtitel übersetzen – fühlt sich die 33-jährige Projektingenieurin in diesem Moment auch.

Denn bei dem Stück von „Midnight North“ handelt es sich um eines ihrer Lieblingslieder. Sie hat sich mit dem ganzen Abend einen Herzenswunsch erfüllt, den insgeheim wohl Millionen Musik-Fans hegen: Ehrke hat selbst ein  Konzert mit einer in den USA durchaus bekannten Band organisiert. Es ist das gelungene Resultat einer außergewöhnlichen Geschichte, die ihren Ursprung in einem Kneipengespräch in Opladen und in einer Dienstreise in die Vereinigten Staaten nahm.

Rund zwei Jahre ist es her, da musste Ehrke beruflich ins kalifornische Berkeley. Und dort machte sie nicht nur durch Zufall Bekanntschaft mit der Musik der in Amerika immer noch glühend verehrten Kultband „The Greatful Dead“ und deren verrückter Fangemeinde (die „Deadheads“). Sie besuchte auf einen Tipp hin auch das „Terrapin Crossroads“ in San Rafael, die bekannte Musik-Kneipe von „Greatful Deads“-Bassist Phil Lesh. Als Souvenir kaufte sie dort ohne vorherige Hörprobe eine CD von „Midnight North“. Und es war Liebe auf den ersten Ton.

Bei der ihr bis dahin unbekannten Band handelt es sich um die Combo von niemand Geringerem als Leshs Sohn Grahame. Und wie „Midnight North“-Sängerin Elliot Peck gab der berühmte Spross nun als Teil der Americana-Formation „Jesse Bardwell & The Free Union“ das erwähnte Gastspiel in Opladen.

Aber der Reihe nach: Bei mehreren Besuchen im „Terrapin Crossroads“, bei Dienstreisen und einem USA-Urlaub, lernte Ehrke unter anderem Elliot Peck persönlich kennen und besuchte deren Konzert mit Bardwell in Hamburg.

Als nun im „Eagle“ das Thekengespräch darauf kam, dass die Gaststätte gerne wieder Konzerte veranstalten würde, kam der Projektingenieurin die zündende Idee. Sie wusste von der anstehenden Europa-Tournee von „Jesse Bardwell & the Free Union“ (und einigen freien Terminen) und schlug vor, den ihr persönlich bekannten Tournee-Organisator der Band zu kontaktieren: „Ich dachte mir. Warum nicht?“

Dann war sie jedoch verblüfft, wie schnell die fixe Idee Gestalt annahm. Ein Termin für das Gastspiel in Opladen war rasch gefunden und der Vertrag unterschrieben.

Bei der Organisation bekam Ehrke Hilfe von vielen Freunden, der Familie und ihrem Lebensgefährten. Denn es galt, die Technik, die Verpflegung, die Unterbringung für die Band zu organisieren, Plakate, Flyer und Eintrittskarten zu entwerfen und zu drucken sowie die Werbetrommel zu rühren. Mit Erfolg: Binnen einer Woche war das Konzert ausverkauft.

Knifflig wurde es nur einmal, am Tag vor dem Auftritt. „Der Band-Bus passte nicht ins Parkhaus des Hotels, und ich musste einen Parkplatz finden – das am Kölner Neumarkt“, verriet Ehrke. Dieses Kunststück gelang.

Und die Band war nach dem denkwürdigen Abend im „Eagle“ sogar begeistert, dass das Konzert etwas anders war als sonst  – als Akustik-Set in einer kleinen Kneipe mit selbst gemachten Schnittchen und Pizza-Essen in einer Opladener Pizzeria. Dass Eliot Pack „Lucky One“ dann auch noch „to our friend Sarah“ widmete, war die Krönung eines Abends, den die Organisatorin sicher lange nicht vergessen wird.

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